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LXVOG64US

64 Unsterbliche Schachpartien

Kunstwerke aus 400 Jahren Schachgeschichte

220 Seiten, kartoniert, Beyer, 1. Auflage 2024

27,80 €
Inkl. MwSt., zzgl. Versandkosten
In Zeiten, in denen nahezu alle jemals gespielten und einigermaßen bedeutsamen Schachpartien auf Knopfdruck digital zur Verfügung stehen, und beliebig verästelte, rechnergenerierte Analysen inklusive weitreichender Kommentare per Mausklick abrufbar sind, schlägt dieses Buch einen anderen Weg ein: den Nachspielenden soll die Ästhetik des königlichen Spiels in überschaubarer Art und Weise vor Augen geführt werden.
64 Unsterbliche Schachpartien ist eine Sammlung schachlicher Kunstwerke aus 400 Jahren Schachgeschichte: von den alten Meistern aus der Zeit eines Ruy López im Spanien des 16. Jahrhunderts bis in die Gegenwart des aktuellen Weltmeisters Ding Liren aus China findet man hier nachvollziehbar kommentierte Partien, die allesamt Geschichte geschrieben haben.
Diese stammen nicht immer aus den Wettkämpfen der Giganten des Schachsports, denn Glanzpartien wurden über die Jahrhunderte nicht nur in den großen Turniersälen auf die Bretter gezaubert. Aber selbstverständlich finden sich hier auch fast alle Weltmester der Geschichte, neben den weithin bekannten Heroen wie Lasker, Capablanca oder Fischer auch die oft vom Vergessen bedrohten Genies wie Anderssen, Morphy oder Steinitz.
Abgerundet wird die Sammlung durch historische Abrisse der jeweiligen Schachepochen und Einblicke in die Biographien der Meister und Meisterinnen hinter den Partien und an den Brettern.
Die Autoren, Roland Voggenauer und Carsten Peters, zählen sich zu der Masse der schachbegeisterten Amateure, denen sie mit dieser Sammlung einen soliden Überblick über die Perlen des Schachsports geben wollen.
Weitere Informationen
EAN 9783959202114
Gewicht 570 g
Hersteller Beyer
Medium Buch
Erscheinungsjahr 2024
Autor Roland VoggenauerCarsten Peters
Sprache Deutsch
Auflage 1
ISBN-13 978-3-95920-211-4
Seiten 220
Einband kartoniert
Hersteller Informationen
Name Joachim Beyer Verlag e. K.
Adresse Zur Wallfahrtskirche 5
Eltmann 97483
Deutschland
Internet www.beyerverlag.de
E-Mail info@beyerverlag.de
006 Vorwort
008 Liste der Partien
011 1. Alte Meister
026 2. Erste Profis
073 3. Neue Schulen
116 4. Neue Systeme
178 5. Neue Meister
208 Nachwort
209 Register
Mit ihrem Buch „64 Unsterbliche Schachpartien“ wollen die Autoren Roland Voggenauer und Carsten Peters „den Spieler erreichen, der in erster Linie die Unterhaltung im Schachspiel sucht und den Genuss nachempfinden kann, den eine gute Partie den Nachspielenden bereitet“, wie sie ausdrücklich im Vorwort schreiben. Dazu schwebt ihnen als Ideal das Ambiente mit der Tasse Kaffee oder Tee, dem Glas Bier oder Wein vor, während der Leser die Partie am echten Brett mit der Bewegung echter Figuren genießt.
Es gibt „unsterbliche Partien“, die als solche jedem schon früh begegnen, der sich mit etwas Tiefgang mit dem Schachspiel befasst, so etwa das Duell Anderssen-Kieseritzky, London 1851. Sie sind – auch – in diesem Werk zu finden. Daneben aber gibt es auch solche, die das Prädikat „unsterblich“ verdienen, ohne dass sie zumindest in unseren Breiten ähnlich berühmt sind. Hierzu gehört beispielsweise die Partie Kortschmar-Poljak, die als „Ukrainische Unsterbliche“ bekannt geworden ist und 1937 gespielt wurde. Wenn man gezielt sucht, findet man sie online, aber weniger in kommerziellen Datenbanken. Und wie sollte man darauf kommen, dass sie höchst nachspielenswert ist, wenn man dazu nicht einen Hinweis erhält? Dieses Glanzstück ist so ein bisschen mein Favorit im gesamten Buch.
Die Autoren haben ihre Arbeit inhaltlich, also in der Zuordnung der Partien in Epochen, in 5 Teile gegliedert, von „Alte Meister“ über „Erste Profis“, „Neue Schulen“ und „Neue Systeme“ bis „Neue Meister“. Zeitlich decken sie damit eine Spanne von rund 500 Jahren ab. Einleitend haben sie eine Liste aller Partien aufgenommen, so dass sich der Leser auch gezielt im Buch orientieren kann.
Die Partien sind so kommentiert, dass sie dem Ziel, Spaß und Genuss zu vermitteln, dienen. So sind Textkommentare prägend, während Varianten sowohl in ihrer Anzahl als auch in ihrer Länge begrenzt sind.
Vorangestellt werden jeweils ein paar Informationen zu den beiden Kontrahenten und ggf. zu den Umständen der Partie, unter denen sie ausgetragen wurde. Fotos oder auch Zeichnungen geben ihnen ein Gesicht, soweit solche für die Autoren verfügbar waren.
Etwas umfangreicher sind die Informationen, die der Leser jeden der oben genannten Teile einleitend erhält. Sie können auch als Allgemeinwissen zum Schach bezeichnet werden.
Die Partien laden in der abgebildeten Form dazu ein, beim Nachspielen mit der einen oder anderen Analyse ihren Geheimnissen weiter auf die Spur zu kommen. Ich stelle mir vor, dass dies auch sehr gut und in der den Autoren vorschwebenden Atmosphäre mit einem Partner auf der anderen Brettseite passieren kann.
„64 Unsterbliche Schachpartien“ ist sehr unterhaltsam, auch aufgrund so mancher Begleitinformation. Auch wenn ich mich schon seit etwa einem halben Jahrhundert mit Schach befasse, habe ich noch für mich Neues entdecken können. Hierzu zählt beispielsweise zur Partie Nr. 41, Spasski-Bronstein, auf Seite 133 der Hinweis, dass eine Stellung daraus, leicht abgewandelt, im James Bond Film „From Russia with Love“ verwendet worden ist.
Die Fleißarbeit der Autoren wird auch anhand des umfangreichen Bild- und Quellennachweises ersichtlich.
Trotz des auszuwertenden und auszuweisenden umfangreichen Materials ist mir nur ein nennenswerter Fehler aufgefallen (die Ortsangabe zur Partie Anderssen-Kieseritzky in der Partienliste auf Seite 8).
Fazit: „64 Unsterbliche Schachpartien“ ist eine Kaufempfehlung für jeden Schachfreund, dem das Nachspielen gut kommentierter Glanzpartien ein Genuss ist.
Auch ist das Werk als universelles Geschenk für alle geeignet, die das Schachspiel mögen.
Uwe Bekemann
Mai 2026
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