Artikelnummer
LXSOLDG
Autor
Deadline Grandmaster
A Chess Memoir
368 Seiten, kartoniert, McFarland, 1. Auflage 2024
Vorübergehend ausverkauft
This is the autobiography of chess grandmaster and journalist Andy Soltis, one of the very few grandmasters who had a professional career outside of the game, and a prolific author of chess-related nonfiction. It describes how chess and journalism fought for his time for more than 50 years and how he managed to score coups and make blunders in each field. Among his distinctions: He is the only person who has both interviewed Donald Trump and played chess with (and nearly beat!) Bobby Fischer.
Grandmaster Andrew Soltis, nine times champion of the Marshall Chess Club, New York Post editor and Chess Life columnist, is the author of dozens of chess books. He lives in New York City.
Grandmaster Andrew Soltis, nine times champion of the Marshall Chess Club, New York Post editor and Chess Life columnist, is the author of dozens of chess books. He lives in New York City.
| EAN | 9781476689982 |
|---|---|
| Gewicht | 670 g |
| Hersteller | McFarland |
| Breite | 17,8 cm |
| Höhe | 25,4 cm |
| Medium | Buch |
| Erscheinungsjahr | 2024 |
| Autor | Andrew Soltis |
| Sprache | Englisch |
| Auflage | 1 |
| ISBN-13 | 978-1-4766-8998-2 |
| Seiten | 368 |
| Einband | kartoniert |
| Diagramme | 183 |
| Fotos | 68 |
| Name | Mc Farland & Company, Inc., Publishers |
|---|---|
| Adresse | 960 Highway 88 W Box 611) Jefferson, North Carolina 28640-0611 USA |
| Internet | www.mcfarlandpub.com |
| info@mcfarlandpub.com |
Verantwortlicher Importeur:
| Name | Schachversand Niggemann |
|---|---|
| Adresse | Schadowstraße 5 48163 Münster Deutschland |
| info@schachversand.de | |
| Internet | www.schachversand.de |
001 Preface: Duke and Dukelsky
003 1) Opening Irregular
024 2) Patterns Recognized
035 3) Tempo Accelerated
052 4) Waiting Moves
064 5) Symmetrical Variations
087 6) Boomed
106 7) Book Moves
126 8) Hobbyism
154 9) Repositioning Moves
184 10) Desperado Time
202 11) Middlegame Deferred
216 12) Grand Irony
230 13) Bearing Up
248 14) Amateur Professional
269 15) Continuations Dubious
289 16) Perpetual Risks
304 17) Beyond Calculation
316 18) Dinosaur in a Cyber World
335 19) Seeking a Favorable Endgame
355 Chapter Notes
359 Index of Openings - Traditional Names
360 Index of Openings - ECO Codes
361 Index of Opponents
362 General Index
003 1) Opening Irregular
024 2) Patterns Recognized
035 3) Tempo Accelerated
052 4) Waiting Moves
064 5) Symmetrical Variations
087 6) Boomed
106 7) Book Moves
126 8) Hobbyism
154 9) Repositioning Moves
184 10) Desperado Time
202 11) Middlegame Deferred
216 12) Grand Irony
230 13) Bearing Up
248 14) Amateur Professional
269 15) Continuations Dubious
289 16) Perpetual Risks
304 17) Beyond Calculation
316 18) Dinosaur in a Cyber World
335 19) Seeking a Favorable Endgame
355 Chapter Notes
359 Index of Openings - Traditional Names
360 Index of Openings - ECO Codes
361 Index of Opponents
362 General Index
ZWISCHEN ZWEI LEIDENSCHAFTEN
Andrew Soltis zählt zu den renommiertesten Autoren im Schachbereich. Er hat viele Dutzende Bücher veröffentlicht, die alle ein hohes Niveau haben. Man merkt, dass Soltis nicht nur Großmeister ist, sondern auch Journalist. Als er 2022 75 Jahre alt wurde, nutzte er die Gelegenheit, auf sein Leben zurückzuschauen. 2024 ist seine Autobiographie bei McFarland erschienen.
Deadline Grandmaster ist keine Partiensammlung, wie das vielleicht viele andere GMs getan hätten. Der New Yorker beschreibt vor allem seine Zerrissenheit zwischen dem Schach und dem Journalismus, der ihm ein reiches Leben bescherte. Und wenn er Partien zeigt, dann weil sie denkwürdig waren, weshalb auch die eine oder andere Niederlage ins Buch gefunden hat.
Der Titel bezieht sich auf die journalistische Tätigkeit von Soltis, der als Straßenreporter stets unter Zeitdruck seine Artikel abgeben musste, also die Deadline im Nacken hatte. Sein ambivalentes Leben zwischen zwei Leidenschaften spiegelt sich auch in den originellen und doppeldeutigen Titeln der Buchkapitel wider, wie etwa Unregelmäßige Eröffnung, Abwartezüge, oder Suche nach einem vorteilhaften Endspiel.
Soltis‘ Erinnerungen lassen die Nachkriegswelt New Yorks wieder auferstehen. Er begann erst relativ spät ernsthaft zu spielen, erst mit 15 Jahren spielte er Turniere. Nachdem er das erste Mal im Marshall Chess Club war und nach einigen Niederlagen eigentlich frustriert das Haus verlassen wollte, drückte ihm Marshalls Frau Carry den Aufnahmeantrag in die Hand. Es war der Beginn seiner Schachkarriere. Im „Marshalls“ begegnete er auch regelmäßig dem vier Jahre älteren Bobby Fischer, der bereits eine Berühmtheit war.
Soltis begann schon im College für eine Zeitschrift zu schreiben. Seine ersten journalistischen Meriten als „Autor“ verdiente er sich in den Sechzigern, als ihn der Präsident des US-amerikanischen Schachverbandes, Ed Edmondson, aufforderte, Bulletins und Partien von WM-Matches abzutippen, die die finanzschwache USCF in großer Auflage verkaufte.
Während seines Studiums wurde Soltis Laufbursche bei der New York Post, und bekam einen Fuß in die Tür seines künftigen Arbeitgebers. Sein erster Artikel für die Zeitung war eine Story über Asa Hoffmann, einem der bekanntesten Schachenthusiasten von Big Apple, der sein Geld als Hustler im berüchtigten Fleahouse verdiente.
Soltis zählte in den Siebzigern zu den renommiertesten US-amerikanischen Schachspielern und war einige Male auf dem Cover von Chess Life abgebildet. Er beschreibt die schwierige finanzielle Situation für Schachspieler noch in den Siebzigern. Einige talentierte Spieler setzten einige Zeit voll aufs Schach, nur um später gänzlich aus der Schachszene zu verschwinden, um sich eine mehr oder weniger erfolgreiche bürgerliche Existenz aufzubauen.
Und das, obwohl es mit dem Fischer-Spasski-Match 1972 einen Schachboom in den USA gab, den Soltis unterhaltsam schildert. Liveübertragungen wurden auch beim Schach populär, aber niemand hatte Erfahrung damit. Als die Verantwortlichen der Fernsehanstalt versuchten, Expertenmeinungen einzuholen, kontaktierten sie Großmeister Nicolas Rossolimo, aber der war zu betrunken. Dann riefen sie Altmeister Edward Lasker an, aber der war fast taub. Für andere dagegen, die live ihre Meinung vor der Kamera abgaben, veränderte das Match ihr Leben, wie z.B. für Bruce Pandolfini, der seine plötzliche Popularität nutzte, um der erfolgreichste Schachtrainer der USA zu werden, obwohl er selbst zu seinen besten Zeiten lediglich eine Elo-Zahl von etwa 2250 hatte.
Mit dem Match des Jahrhunderts veränderte sich auch das Leben von Soltis. Die New York Post fragte ihn, ob er eine wöchentliche Kolumne schreiben kann, was für Soltis so viel bedeutete wie die Frage, ob er Quarterback bei den New York Giants werden wolle. Da konnte er noch nicht wissen, dass er die Schachspalte über 50 Jahre lang betreuen würde.
Seinen GM-Titel, den ihm die Fide 1980 verlieh, hätte Soltis fast verpasst, weil ihm seine letzte Norm erst gelang, als die anderen beiden fast schon verfallen waren. Dass ein Amateur Großmeister wurde, war damals eine seltene Ausnahme. Aber Anfang der Achtziger gehörte Soltis in den USA zu den Top Ten.
Trotz des unsicheren Medienmarktes - die New York Post wurde mehrfach verkauft und die Auflagezahlen waren rückläufig - arbeitete Soltis gemeinsam mit seiner Frau Marcy, mit der am selben Tag 2014 in Rente ging, 47 Jahre lang bei der Zeitung.
Es sind die vielen Anekdoten und die kleinen Details, in denen sich die Schach- und Zeitgeschichte widerspiegelt, die Deadline Grandmaster zu einem Lesevergnügen machen, bei dem jeder seine eigenen Fundstücke entdecken kann. Leider ist das Buch nicht gut verarbeitet. Um es zu lesen, muss man eigentlich den Buchrücken brechen, damit die Seiten auseinanderbleiben.
Harry Schaack
KARL 4/2025
Andrew Soltis zählt zu den renommiertesten Autoren im Schachbereich. Er hat viele Dutzende Bücher veröffentlicht, die alle ein hohes Niveau haben. Man merkt, dass Soltis nicht nur Großmeister ist, sondern auch Journalist. Als er 2022 75 Jahre alt wurde, nutzte er die Gelegenheit, auf sein Leben zurückzuschauen. 2024 ist seine Autobiographie bei McFarland erschienen.
Deadline Grandmaster ist keine Partiensammlung, wie das vielleicht viele andere GMs getan hätten. Der New Yorker beschreibt vor allem seine Zerrissenheit zwischen dem Schach und dem Journalismus, der ihm ein reiches Leben bescherte. Und wenn er Partien zeigt, dann weil sie denkwürdig waren, weshalb auch die eine oder andere Niederlage ins Buch gefunden hat.
Der Titel bezieht sich auf die journalistische Tätigkeit von Soltis, der als Straßenreporter stets unter Zeitdruck seine Artikel abgeben musste, also die Deadline im Nacken hatte. Sein ambivalentes Leben zwischen zwei Leidenschaften spiegelt sich auch in den originellen und doppeldeutigen Titeln der Buchkapitel wider, wie etwa Unregelmäßige Eröffnung, Abwartezüge, oder Suche nach einem vorteilhaften Endspiel.
Soltis‘ Erinnerungen lassen die Nachkriegswelt New Yorks wieder auferstehen. Er begann erst relativ spät ernsthaft zu spielen, erst mit 15 Jahren spielte er Turniere. Nachdem er das erste Mal im Marshall Chess Club war und nach einigen Niederlagen eigentlich frustriert das Haus verlassen wollte, drückte ihm Marshalls Frau Carry den Aufnahmeantrag in die Hand. Es war der Beginn seiner Schachkarriere. Im „Marshalls“ begegnete er auch regelmäßig dem vier Jahre älteren Bobby Fischer, der bereits eine Berühmtheit war.
Soltis begann schon im College für eine Zeitschrift zu schreiben. Seine ersten journalistischen Meriten als „Autor“ verdiente er sich in den Sechzigern, als ihn der Präsident des US-amerikanischen Schachverbandes, Ed Edmondson, aufforderte, Bulletins und Partien von WM-Matches abzutippen, die die finanzschwache USCF in großer Auflage verkaufte.
Während seines Studiums wurde Soltis Laufbursche bei der New York Post, und bekam einen Fuß in die Tür seines künftigen Arbeitgebers. Sein erster Artikel für die Zeitung war eine Story über Asa Hoffmann, einem der bekanntesten Schachenthusiasten von Big Apple, der sein Geld als Hustler im berüchtigten Fleahouse verdiente.
Soltis zählte in den Siebzigern zu den renommiertesten US-amerikanischen Schachspielern und war einige Male auf dem Cover von Chess Life abgebildet. Er beschreibt die schwierige finanzielle Situation für Schachspieler noch in den Siebzigern. Einige talentierte Spieler setzten einige Zeit voll aufs Schach, nur um später gänzlich aus der Schachszene zu verschwinden, um sich eine mehr oder weniger erfolgreiche bürgerliche Existenz aufzubauen.
Und das, obwohl es mit dem Fischer-Spasski-Match 1972 einen Schachboom in den USA gab, den Soltis unterhaltsam schildert. Liveübertragungen wurden auch beim Schach populär, aber niemand hatte Erfahrung damit. Als die Verantwortlichen der Fernsehanstalt versuchten, Expertenmeinungen einzuholen, kontaktierten sie Großmeister Nicolas Rossolimo, aber der war zu betrunken. Dann riefen sie Altmeister Edward Lasker an, aber der war fast taub. Für andere dagegen, die live ihre Meinung vor der Kamera abgaben, veränderte das Match ihr Leben, wie z.B. für Bruce Pandolfini, der seine plötzliche Popularität nutzte, um der erfolgreichste Schachtrainer der USA zu werden, obwohl er selbst zu seinen besten Zeiten lediglich eine Elo-Zahl von etwa 2250 hatte.
Mit dem Match des Jahrhunderts veränderte sich auch das Leben von Soltis. Die New York Post fragte ihn, ob er eine wöchentliche Kolumne schreiben kann, was für Soltis so viel bedeutete wie die Frage, ob er Quarterback bei den New York Giants werden wolle. Da konnte er noch nicht wissen, dass er die Schachspalte über 50 Jahre lang betreuen würde.
Seinen GM-Titel, den ihm die Fide 1980 verlieh, hätte Soltis fast verpasst, weil ihm seine letzte Norm erst gelang, als die anderen beiden fast schon verfallen waren. Dass ein Amateur Großmeister wurde, war damals eine seltene Ausnahme. Aber Anfang der Achtziger gehörte Soltis in den USA zu den Top Ten.
Trotz des unsicheren Medienmarktes - die New York Post wurde mehrfach verkauft und die Auflagezahlen waren rückläufig - arbeitete Soltis gemeinsam mit seiner Frau Marcy, mit der am selben Tag 2014 in Rente ging, 47 Jahre lang bei der Zeitung.
Es sind die vielen Anekdoten und die kleinen Details, in denen sich die Schach- und Zeitgeschichte widerspiegelt, die Deadline Grandmaster zu einem Lesevergnügen machen, bei dem jeder seine eigenen Fundstücke entdecken kann. Leider ist das Buch nicht gut verarbeitet. Um es zu lesen, muss man eigentlich den Buchrücken brechen, damit die Seiten auseinanderbleiben.
Harry Schaack
KARL 4/2025
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