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LXIGNEK

Erfolgreich kombinieren

Schachtaktik und Schachkombinationen

232 Seiten, kartoniert, Olms, 4. Auflage 2009, Erstauflage 2002

Aus der Reihe »PraxisSchach«

19,95 €
Inkl. 7% MwSt., zzgl. Versandkosten

Die Lehre der Schachtaktik und Schachkombination erfolgt im allgemeinen unsystematisch. Generationen von Schachspielern haben ihr taktisches Wissen einfach nur aus dem Studium zahlloser Beispielstellungen erlernt. Zwar sind uns schon lange die verschiedensten, immer wiederkehrenden taktischen Motive bekannt, wie Doppeldrohungen, Fesselungen, schwache Punkte, Opfer, Mattangriffe und einiges mehr. Wir finden in der Schachliteratur aber bislang keine auch nur annähernd vollständige Darstellung oder gar eine saubere Klassifikation der taktischen Elemente. Die meisten Veröffentlichungen auf diesem Sektor verzichten auf Vollständigkeit und setzen stattdessen auf eine möglichst unterhaltsame Form der Belehrung.

Volkhard Igney wählt mit seinem vorliegenden Werk ganz bewußt einen anderen Ansatz. Er untersucht methodisch, welche Elemente allen Kombinationen gemeinsam sind: Welche Voraussetzungen müssen in einer Stellung vorhanden sein, die einen taktischen Schlag, eine Kombination möglich machen. Welche taktischen Motive - hier taktische Methoden genannt - gibt es überhaupt? Welche Ziele werden erreicht? Damit wird wohl erstmalig der Versuch unternommen, eine umfassende Theorie der Schachtaktik zu formulieren.

Im zweiten Teil des Buches wird die Theorie ergänzt durch Übungsaufgaben, die systematisch geordnet präsentiert werden. Damit dürfte dieses Werk für jeden lernenden Schachspieler, ganz besonders aber auch für alle Schachlehrer und Trainer von großem Nutzen sein.

Klaus Darga - Bundestrainer des Deutschen Schachbundes 1989 - 97

Vorwort

Gewinnen macht Spaß. Mit einer glanzvollen und überraschenden Kombination zu gewin­nen macht mehr Spaß. Kombinationen sind für die meisten Schachspieler die schönste und eindrucksvollste Seite des Schachspiels.

Wenn das Gleichgewicht einer Stellung gestört ist, werden Kombinationen möglich. Das Ziel dieses Buches ist es, für eine vorhandene oder erwartete Stellung drei Fragen zu beantworten:

  • Sind die Voraussetzungen für eine Kom­bination vorhanden?

  • Wenn ja, welche Methoden können ange­wendet werden?

  • Welche Ziele können damit erreicht wer­den?

In diesem Buch wird der Versuch unter­nommen, die Schachkombination und ihre Grundlage - die Schachtaktik - systema­tisch darzustellen. Dazu war es erforderlich, einige neue Fachausdrücke einzuführen und gebräuchliche genauer zu definieren. Denn: "Wo die Worte nicht stimmen, können auch die Werke nicht gedeihen" (Konfuzius). Die verwendeten Fachausdrücke sind im Glos­sar zusammengestellt.

Wer sich mit der Schachtaktik und den Kombinationen vertraut macht, verbessert seine Spielstärke. Natürlich ist eine reine Kenntnis nicht ausreichend. Wer erfolgreich spielen will, benötigt daneben ein gutes Vorstellungsvermögen und die Fähigkeit, unter Turnierbedingungen die entscheiden­den Züge schnell zu finden und die kritischen Varianten genau zu berechnen. Wissen und Übung sind erforderlich.

In diesem Buch werden deshalb nicht nur Schachtaktik und Kombinationen anhand von typischen Stellungen dargestellt, son­dern auch zahlreiche Übungsbeispiele zu Trainingszwecken angeboten. Es wird emp­fohlen, die Lösung zunächst selbst zu su­chen. Erfahrungsgemäß ist die Befriedigung und das Verständnis größer, wenn man die Lösung selbst gefunden hat oder wenn man sich mit der Stellung näher befasst hat. Bei Bedarf kann zuerst auf die Lösungshinweise zurückgegriffen werden, bevor die Lösun­gen selbst nachgelesen werden. Schwierige Aufgaben sind außerdem besonders ge­kennzeichnet. Alle Kombinationsstellungen dieses Buches wurden mit dem Analyse­programm Fritz überprüft.

Zum Lesen des Buches wird kein Schach­brett benötigt, denn alle Aufgaben können von einem etwas erfahreneren Spieler direkt vom Diagramm aus gelöst oder verfolgt werden. Das ist gleichzeitig ein gutes Trai­ning für die Vorstellungskraft und damit für den Ernstfall der praktischen Partie, in der die Figuren auch nicht versuchsweise gezo­gen werden dürfen.

Das Buch besteht aus zwei Hauptteilen. Im Teil A werden die Grundlagen der Kombi­nation untersucht - die taktischen Metho­den, die Voraussetzungen, auf denen sie beruhen, und die Ziele, die mit ihnen verwirk­licht werden können. Dazu werden Kombi­nationsbeispiele herangezogen, in denen diese Methoden verwendet werden.

Der Teil B beschäftigt sich mit den Schach­kombinationen. Eine Kombination besteht aus einer Folge von taktischen Methoden, die angewendet werden, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen. Die Kombinationen wer­den klassifiziert, und es wird untersucht, welche taktischen Methoden bei einem bestimmten Kombinationstyp eingesetzt wer­den können. Im Teil B sind auch die Übungs­beispiele enthalten.

Der Teil A ist mehr theoretisch orientiert, der Teil B mehr praktisch. Der Aufbau des Buches hat naturgemäß eine gewisse Re­dundanz zur Folge, die aus didaktischen Gründen auch beabsichtigt ist.

Ein Schachbuch kann nur schwer ohne die tätige Mithilfe anderer Schachfreunde geschrieben werden. Ich bedanke mich für die zahlreichen und wertvollen Anregungen und Hinweise sowie für die Durchsicht des Entwurfes, insbesondere bei Großmeister Klaus Darga, Frederik Igney und Knut Najmann.

Weitere Informationen
Gewicht 600 g
Hersteller Olms
Breite 17,2 cm
Höhe 23,8 cm
Medium Buch
Erscheinungsjahr 2009
Autor Volkhard Igney
Reihe PraxisSchach
Sprache Deutsch
Auflage 4
ISBN-10 328300384X
ISBN-13 9783283003845
Jahr der Erstauflage 2002
Seiten 232
Einband kartoniert

Inhalt

008 Geleitwort

009 Vorwort

010 Zeichenerklärung

011 1. Einführung

011 1.1 Überblick

013 1.2 Kombinationsbeispiele

013 1.2.1 Doppeldrohung

014 1.2.2 Einengung und Drohung

015 1.2.3 Fesselung und Drohung

016 1.2.4 Bindung und Drohung

017 1.2.5 Zugzwang

018 1.3 Zusammenfassung

020 TEIL A Die Grundlagen der Kombination

020 2. Die Voraussetzungen

020 2.1 Taktische Schwächen

020 2.1.1 Unsichere Punkte

021 2.1.2 Unbewegliche Steine

029 2.1.3 Zusammenfassung

030 2.2 Taktische Stärken

033 3. Die taktischen Methoden

033 3.1 Die Wirkung der Steine

033 3.1.1 Kraft- und Körperwirkung

034 3.1.2 Die Veränderung der Wirkung

035 3.2 Die Angriffsmethoden

035 3.2.1 Der aktive Zwang

037 3.2.2 Der kombinierte Zwang

038 3.2.3 Schlagen und Bauernumwandlung

039 3.2.4 Der Direktangriff

043 3.2.5 Der indirekte Angriff

045 3.2.6 Der Abzugsangriff

046 3.2.7 Der Räumungsangriff

047 3.2.8 Das Drohen einer Kombination

047 3.2.9 Das Herbeiführen von Zugzwang

048 3.2.10 Der nicht ausreichende Zwang

050 3.3 Die Lenkungsmethoden

050 3.3.1 Die Hinlenkung

051 3.3.2 Die Beseitigung der Schutzfigur

054 3.3.3 Die Linienöffnung

055 3.3.4 Der Bauerndurchbruch

056 3.4 Das Opfer

056 3.4.1 Das Materialopfer

060 3.4.2 Die Unterverwandlung

062 4. Die Ziele

062 4.1 Die Zwischenziele

062 4.2 Die Endpositionen

064 4.3 Die Endziele

065 TEIL B Kombinationen

065 5. Was ist eine Kombination?

065 5.1 Der Ablauf

067 5.2 Die Definitionen

069 5.3 Die Klassifikation

070 5.4 Wie entsteht eine Kombination?

074 6. Kombinationen mit Doppeldrohungen

074 6.1 Die Gabel

075 6.1.1 Die Gabelarten

078 6.1.2 Übungsteil Gabeln

087 6.2 Der Spieß

087 6.2.1 Die Spießarten

088 6.2.2 Übungsteil Spieße

092 6.3 Der Abzugsangriff

092 6.3.1 Die Abzugsarten

095 6.3.2 Aufbau einer Abzugsbatterie

097 6.3.3 Übungsteil Abzüge

104 6.4 Der Räumungsangriff

105 6.4.1 Die Räumungsarten

107 6.4.2 Übungsteil Räumungen

111 7. Netzkombinationen

111 7.1 Mattnetze

111 7.1.1 Herbeiführen der Mattbilder

115 7.1.2 Eine Leichtfigur

117 7.1.3 Mehrere Leichtfiguren

118 7.1.4 Der Turm und andere Figuren

121 7.1.5 Die Dame und andere Figuren

124 7.1.6 Die Bauern

124 7.1.7 Übungsteil Mattnetze

138 7.2 Figurennetze

138 7.2.1 Die Einengungsverfahren

139 7.2.2 Der Springer

140 7.2.3 Der Läufer

140 7.2.4 Der Turm

140 7.2.5 Die Dame

141 7.2.6 Übungsteil Figurennetze

144 8. Fesselungskombinationen

144 8.1 Die Fesselungsarten

147 8.2 Herstellen der Fesselung

148 8.3 Die Entfesselung

150 8.4 Das Ausnutzen der Fesselung

152 8.5 Übungsteil Fesselungen

164 9. Bindungskombinationen

164 9.1 Überblick

167 9.2 Das Schlagen oder Bedrohen der Schutzfigur

167 9.2.1 Überblick

169 9.2.2 Übungsteil Schlagen oder Bedrohen der Schutzfigur

170 9.3 Das Überlasten der Schutzfigur

172 9.3.1 Der Überlastungsangriff

177 9.3.2 Das Ausnutzen einer Doppelbindung

181 9.3.3 Übungsteil Überlastungen

186 9.4 Das Hemmen der Schutzfigur

186 9.4.1 Der Sperrangriff

187 9.4.2 Schnittpunkte

189 9.4.3 Die vorsorgliche Hemmung der Schutzfigur

190 9.4.4 Übungsteil Hemmungen

195 10. Zugzwangkombinationen

195 10.1 Überblick

197 10.2 Übungsteil Zugzwang

203 11. Remiskombinationen

203 11.1 Die Kombinationsarten

203 11.1.1 Unzureichendes Material

204 11.1.2 Das Patt

205 11.1.3 Ewiges Schach

206 11.1.4 Ewige Verfolgung

207 11.1.5 Ewige Belastung

207 11.1.6 Das Gefängnis

209 11.1.7 Die Festung

209 11.2 Übungsteil Remis

214 Glossar

219 Literaturverzeichnis

220 Verzeichnis der Spieler

Die Welt der Kombinationen genießt unter den Schachfreunden traditionell eine besonders große Beliebtheit. Entsprechend oft nehmen sich Autoren dieses Themas an, so konnten wir Ihnen allein in der letzten Ausgabe drei neue Bücher über Schachkombinationen vorstellen.

Besondere Beachtung verdient nun eine weitere Neuerscheinung zu diesem Thema, denn in "Erfolgreich kombinieren" präsentiert Autor Volkhard Igney nicht nur eine große Sammlung von schönen Schachkombinationen, sondern vor allem ein sehr überzeugendes und systematisches Lehrbuch. Geben wir zunächst dem Autor das Wort:

"Das Ziel des Buches ist es, für eine vorhandene oder erwartete Stellung drei Fragen zu beantworten:

Sind die Voraussetzungen für eine Kombination vorhanden?

Wenn ja, welche Methoden können angewendet werden?

Welche Ziele können damit erreicht werden?"

In diesem Buch wird der Versuch unternommen, die Schachkombination und ihre Grundlage - die Schachtaktik - systematisch darzustellen."

Im folgenden wollen wir Ihnen einen Eindruck davon geben, wie diese Technik im Buch vermittelt wird.

Im ersten Kapitel erhält der Leser zunächst an mehreren Beispielen eine Einführung in den Aufbau dieses Systems mit den drei Säulen:

"Voraussetzungen - Methoden -Ziele"

Der folgende Teil A des Buches trägt den Namen "Grundlagen der Kombination". Darin unterzieht der Autor die Kombination einer ungewöhnlich ausführlichen und detaillierten Untersuchung.

In Kapitel zwei werden zunächst die "Voraussetzungen" erörtert. Hier lernen Sie die taktischen Schwächen unsichere Punkte (z.B. nicht ausreichend gedeckte Figuren, exponierter König, schwache Schlüsselfelder) und unbewegliche Figuren (z.B. durch Blockade, Bindung oder Fesselung) sowie zwei Verfahren für die entsprechende Analyse einer Stellung kennen, danach folgen die taktischen Stärken.

In Kapitel drei stehen dann die "taktischen Methoden" auf dem Programm: Angriffsmethoden (aktiver und kombinierter Zwang, Schlagen und Bauernumwandlung, direkter und indirekter Angriff, Abzugs-, Räumungsangriff, das Drohen einer Kombination, Zugzwang), Lenkungsmethoden (Hinlenkung, Beseitigung von Schutzfiguren, Linienöffnung, Bauerndurchbruch) und Opfer (Materialopfer, Unterverwandlung).

Der Theorieteil, der etwa ein Viertel des Buches einnimmt, endet mit dem kurzen Kapitel 4, in dem es um die "Ziele" geht.

Zwar findet der Leser auch in diesem Theorieteil immerhin 78 Beispiele, so richtig zum Leben erweckt wird das theoretische Grundgerüst aber erst im mit "Schachkombinationen" überschriebenen Teil B.

Hier werden die Kombinationen als Folge von taktischen Methoden aufgeschlüsselt und klassifiziert, außerdem wird untersucht, welche taktischen Methoden in einem bestimmten Kombinationstyp eingesetzt werden können.

Dafür wird in Kapitel fünf geklärt, was eine Kombination ist, wie sie abläuft, und welche Definitionen des Begriffs "Kombination" bisher in der Literatur zu finden sind.

Kapitel sechs behandelt dann Kombinationen mit Doppeldrohungen: in eigenen Abschnitten werden jeweils die verschiedenen Arten von Gabel, Spieß, Abzugs- und Räumungsangriff erklärt, dazu kommt jeweils noch eine Sammlung von insgesamt 81 Übungsaufgaben.

Mit "Netzkombinationen" beschäftigt sich dann das siebte Kapitel. In "Mattnetze" geht es um die Herbeiführung der Mattbilder (z.B. Öffnung der Königsstellung, Ausschaltung des Schutzes, Lenkung des Königs) und das Matt durch: Eine Leichtfigur, mehrere Leichtfiguren, Turm plus andere Figuren sowie Dame plus andere Figuren.

Vorgestellt werden jeweils viele typische Mattbilder, zur Vertiefung und Ergänzung folgen 56 Übungen.

Kleiner fiel der Abschnitt über "Figurennetze" aus, in denen es ähnlich wie bei Mattnetzen um Blockierung und Kontrolle der Fluchtfelder einer Figur geht.

Es folgt das Kapitel über Fesselungskombinationen mit den Schwerpunkten Fesselungsarten, Herstellung einer Fesselung, Entfesselung und Ausnutzen einer Fesselung. Auch hier gibt es wieder einen Übungsteil mit 41 Aufgaben.

Das letzte große Kapitel behandelt dann die sogenannten Bindungskombinationen.

Nach einem Überblick stehen die Themen Schlagen oder Bedrohen einer Schutzfigur, Überlasten der Schutzfigur (Ablenkung und Scheindeckung, Überlastungsangriff, Ausnutzen einer Doppelbindung) und Hemmen der Schutzfigur (Sperrangriff, Schnittpunkte, Hemmung der Schutzfigur) zur Diskussi-on, dazu gibt es wieder jeweils noch einige Übungen.

Kapitel zehn handelt dann kurz die Zugzwangkombinationen mit einem Überblick und einigen Übungen ab, das abschließende elfte Kapitel bespricht dann noch den Bereich Remiskombinationen, z.B. mit den Themen unzureichendes Material, Patt, ewiges Schach und Festung, natürlich finden Sie auch hier noch zusätzliche Übungen.

Der Anhang umfasst ein Glossar der verwendeten Fachbegriffe sowie ein Literatur- und Spielerverzeichnis.

Nun noch einige ergänzende Bemerkungen: Wie gesagt liegt der Schwerpunkt bei "Erfolgreich kombinieren" auf der Vermittlung einer systematischen Technik.

Entsprechend großer Wert wurde auf das Bereitstellen eines geeigneten Vokabulars, die Definition von Fachbegriffen sowie natürlich auf verbale Erklärungen und die Beschreibung der Abläufe gelegt, dies gilt auch für die Lösungen der Übungsaufgaben.

Insgesamt enthält das Buch knapp über 500 Diagramme mit Kombinationen, davon entfällt etwa die Hälfte auf die verschiedenen Übungsteile.

Nach den Übungsaufgaben gibt es zusätzlich einen Abschnitt mit Lösungshinweisen, erst danach folgen die eigentlichen Lösungen.

Unter den Aufgaben finden sich auch einige schöne Beispiele aus der Problemkunst, einige Übersichtstafeln verdeutlichen den theoretischen Aufbau und die praktischen Abläufe.

Wie bei Edition Olms üblich ist auch die Gestaltung und der Druck sehr schön, so dass "Erfolgreich kombinieren" von Volkhard Igney einen rundum überzeugenden Eindruck hinterlässt.

Zurecht wurde das Buch daher auch als "Offizielles Lehrbuch des Deutschen Schachbundes" ausgezeichnet.

Schach Markt 3/2002 Ein ganz wesentliches Element des Schach, ja wohl sogar das wesentlichste, ist die Taktik und ihre Durchführung, die Kombination. Beides wurde in unzähligen Büchern beschrieben, aber eine Systematik des gesamten Gebietes fehlte bisher weitgehend. Volkhard Igney hat nun als einer der ersten Autoren den Versuch unternommen, das Ganze methodisch aufzuarbeiten.

In der Einführung (S. 11-19) stellt er die Begriffe Drohung, aktiver, passiver - kombinierter Zwang, Fesselung, Bindung und Zugzwang vor. Der mehr theoretische Teil A über die Grundlagen einer Kombination (S. 20-64) untersucht ihre Voraussetzungen (taktische Schwächen beim Gegner, unsichere Punkte, unbewegliche Steine) und die verschiedenen taktischen Methoden (Kraft- und Körperwirkung eines Steines, Zwang, Schlagen, diverse Angriffsarten, Drohungen, Lenkungen, Linienöffnung, Bauerndurchbruch, Opfer und Unterverwandlung), ergänzt durch fünf große Textdigramme.

Im umfangreichsten Teil B (S. 65-213) werden die verschiedenen Arten von Kombinationen vorgestellt, natürlich - wie auch schon der Teil A - versehen mit jeder Menge an Beispielen und hier auch mit Übungsaufgaben, welche direkt im Anschluss an ihre Präsentation mit Lösungshinweisen ergänzt und sodann gleich aufgelöst werden (was das Nachschlagen in einem anderen Teil des Buches erspart). Insgesamt finden sich in dem Band 502 Beispiele, davon 254 in der Form von Aufgaben.

Im einzelnen enthält Teil B folgende Kapitel:

1) Definition und Klassifikation der Kombinationen;

2) Kombinationen mit Doppeldrohungen: Gabeln, Spieße, Abzugsangriffe, Räumungsangriffe;

3) Netzkombinationen: Mattnetze und Figurennetze;

4) Fesselungskombinationen;

5) Bindungskombinationen: Schlagen/ Bedrohen der Schutzfigur, Überlastung Hemmung;

6) Zugzwangkombinationen;

7) Remiskombinationen: unzureichendes Material zum Mattsetzen, Patt, Ewiges Schach, Ewige Verfolgung, Ewige Belastung, Gefängnis und Fest-ungsbau.

Ein Glossar (S. 214-218) mit einer Auflistung von 98 Begriffen von "Ablenkung" bis "Zwickmühle" fasst noch einmal das taktische Vokabular zusammen, welches der Verfasser um einige neue Fachausdrücke erweitert hat.

Im Geleitwort (S.8) schildert der frühere Bundestrainer GM Klaus Darga die Vorzüge des Werkes und deutet damit indirekt an, weshalb ihm der DSB den Status eines offiziellen Lehrbuches" zuerkannt hat. Und in der Tat eignet sich der auch äußerlich höchst gediegen ausgestattete Band sehr gut sowohl zum Selbststudium als auch zur Verwendung in Schachkursen. Drei schöne Kombinationen aus dem Zauberreich des Endspiels seien dem Leser nicht vorenthalten.

1) Zum Thema Bauerndurchbruch:

Studie von Teed, International Chess Magazine 1885:

Diagramm: Weiß: Ke6, h3, g4 / Schwarz: Kh7, h6, g5

Weiß zieht und gewinnt (S.56, Nr. 68): 1.Kf6? Führt wegen 1. ...h5! nur zum Remis: 2. K:g5 h:g4 3. h:g4 Kg7! Richtig ist allein 1.Kf7 h5 2.h4!! Kh6 (am besten; auf 2. ...g:h4 folgt 3. g5 und auf 2. ...h:g4 3. h:g5 (jeweils mit Bauerndurchbruch und Gewinn für Weiß) 3. Kf6 g:h4 (3. ...h:g4 4. h:g5+ Kh5 5. g6 g3 6. g7 g2 7. g8D) 4. g5+ Kh7 5. Kf7! h3 Kh6 [Sic: Der komplette 6.te Zug fehlt!] 7. g7 h2 8. g8D h1D 9. Dg6 matt.

2) Zum Thema Zugzwang: Spasski - Milic, Belgrad 1964:

Diagramm: Weiß: Ka7, Ld3, a6, b7 / Schwarz: Ka5, Lh2, c3

Weiß zieht und gewinnt (S. 195, Nr. 449): 1. b8D! Lxb8+ 2.Kb7 c2 3. L:c2 Kb5 4.Ld3+ Ka5 5.Le2 und wegen Zugzwang 1:0

3) Ebenfalls um Zugzwang geht es hier: Short - Kasparow, Belgrad 1989:

Diagramm: Weiß: Ka1, b3, b4 / Schwarz: Kc1, Ld3, a6

Schwarz zieht und gewinnt (S. 199 und S. 201, Nr. 466): 1. ...Lb1 2. b5 a:b5 3. b4 Ld3 4. Ka2 Kc2 5. Ka3 Kc3 6. Ka2 K:b4 0:1.

Dr. W. Schweizer, Rochade Europa 2002/04

Ein solide gearbeitetes Kombinationsbuch mit guter (aber nicht überragender!) Methodik, gewissenhaft produziert und mit trefflichen, aber häufig überstrapazierten Beispielen. Durch die Menge an ,,alten Hüten" fühlt sich der erfahrene Leser rasch gelangweilt. Besser gefällt, wenn ein Autor zumindest teilweise frisches Material recherchiert.

Reichlich vermessen scheint der Absolutheitsanspruch ,,... wir finden in der Schachliteratur bislang keine nur annähernd vollständige Darstellung oder gar eine saubere Klassifikation der taktischen Elemente ... (mit diesem Buch) wird wohl erstmalig der Versuch unternommen, eine umfassende Theorie der Schachtaktik zu formulieren." (Klaus Darga, Ex-Bundestrainer und langjähriger Klubkamerad des Autors beim VfL Sindelfingen). Das ignoriert mit einem Federstrich die Bemühungen von Matanovic (Anthologie der Kombinationen), Blokh (Kombinationsmotive), Trautmann (Eine Reise über das Schachbrett), Weteschnik (Elementartaktik), Pongo (Geheimnisse der Schachtaktik), die sich alle ebenfalls um eine Systematisierung der Taktik bemüht haben. Die genannten Alternativwerke sind allesamt noch erhältlich und insgesamt nicht besser oder schlechter als das vorliegende Buch. Und der Olms-Verlag selbst könnte in Hinblick auf diesen Klappentext seine erst kürzlich neu aufgelegten Werke von Colditz (Schachkombinationen) und Teschner (Sie sind am Zug) gleich wieder einstampfen.

Also: Ein "Best of'-Zusammenschrieb aus anderen Kombinationslehrbüchern. In diesem Genre herrscht wahrlich kein Mangel, mit oder ohne Brimborium von Darga-Werbung und DSB-Gütesiegel.

Harald Keilhack

Mit freundlicher Genemigung der Zeitschschrift Schach (Ausgabe 05/2002)

Der Covertext auf der Buchrückseite setzt die Messlatte gleich ganz hoch. Im Stile amerikanischer Werbung steht da: "Die Lehre der Schachtaktik und Schachkombination erfolgt im Allgemeinen unsystematisch. Zwar sind uns schon lange die verschiedensten, immer wiederkehrenden taktischen Motive bekannt, aber wir finden in der Schachliteratur bislang keine auch nur annähernd vollständige Darstellung oder gar eine saubere Klassifikation der taktischen Elemente. Volkhard Igney wählt mit seinem vorliegenden Werk ganz bewusst einen anderen Ansatz. Er untersucht methodisch, welche Elemente allen Kombinationen gemeinsam sind. Damit wird wohl erstmalig der Versuch unternommen, eine umfassende Theorie der Schachtaktik zu formulieren. Im zweiten Teil des Buches wird die Theorie ergänzt durch Übungsaufgaben, die systematisch geordnet präsentiert werden. Damit dürfte dieses Werk für jeden lernenden Schachspieler, ganz besonders aber auch für alle Schachspieler und Trainer, von großem Nutzen sein."

Der Autor Volkhard Igney ist ein erfahrener FIDE-Meister (1935 geboren). Auf 232 Seiten finden sich: Ein Geleitwort von Klaus Darga, dem Bundestrainer 1989-1997, ein Glossar mit den wichtigsten Begriffen auf fünf Seiten und ein Verzeichnis der Spieler der Stellungen aus dem Buch; der Hauptteil ist in zwei große Kapitel eingeteilt, "Die Grundlagen der Kombination", unterteilt in "Die Voraussetzungen", "Die taktischen Methoden" und "Die Ziele" und "Kombinationen" mit "Was ist eine Kombination", "Kombinationen mit Doppeldrohungen", "Netzkombinationen", "Fesselungskombinationen", "Bindungskombinationen", "Zugzwangkombinationen", "Remiskombinationen", insgesamt 502 Diagramme/ Kombinationen. Das Werk ist so gut wie fehlerfrei, einmal ist die falsche Seite am Zug, ein anderes Mal ist der Lösungszug schon ausgeführt oder bei der Lösung heißt es Te4 statt Te5, also keine schlimmen Fehler.

Für Fortgeschrittene gibt es abstrakte Erklärungen der Kombinationsmotive, wobei oft Offensichtliches präsentiert wird. Richtige Anfänger brauchen meiner Meinung nach eher viele, ähnliche Beispiele, um daraus zu lernen. Für Trainer ist es sehr gut geeignet, viele Übungen und gute Erklärungen bieten viel Lernstoff. Allerdings: Die meisten der Kombinationen, die zur Erklärung von Motiven benutzt werden, waren mir bekannt, von Colditz (Schachkombinationen, kürzlich ist bei Olms eine Neuauflage davon erschienen) oder von CT-ART (siehe Rezension dazu).

Die Übungen hingegen waren mir größtenteils unbekannt, obwohl sie nicht unbedingt neueren Datums sind (fast alle Kombinationen im Buch sind mindestens zehn Jahre alt). Teilweise sind sie recht schwierig (und auch ziemlich durcheinander präsentiert, eine Ordnung konnte ich nicht erkennen). Ein kleiner Vergleich mit anderen Werken: Es fehlen Einteilungen nach Brennpunkten (im Sinne des Klassikers von Vukovic "Der Rochadeangriff") oder Mattbilder wie beim Klassiker von Colditz ("Schachkombinationen"). Das Buch ist ganz brauchbar, es wird viel Material geboten. Ob das Buch "eine umfassende Theorie der Schachtaktik" formuliert, vermag ich nicht zu beurteilen und ist auch eher unwichtig. Man kann es mit der Klassifizierung und Typisierung der Kombinationsmotive auch übertreiben. Darüber hinaus ist eine eindeutige Zuordnung kaum möglich. Kurzum: Ein gutes Arbeitsbuch zum Thema Taktik. Zielgruppe: Fortgeschrittene Anfänger und Fortgeschrittene (DWZ etwa 1500-2000). Besonderheit: "Offzielles Lehrbuch des Deutschen Schachbundes"

Schachmagazin 64 03/2003

Mit freundlicher Genemigung der Zeitschschrift Schachmagazin 64

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