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SCENGDSS

Das Spielertypen-Standardmodell

Zur Selbstanalyse und Vorbereitung auf Gegner

DVD-Box, ChessBase, 1. Auflage 2021

Aus der Reihe »Fritz Trainer Strategie«

29,90 €
Inkl. MwSt., zzgl. Versandkosten

Spielstile im Schach sind ein wichtiges und entsprechend oft diskutiertes Thema. GM Dr. Karsten Müller und GM Luis Engel greifen ein auf 4 Spielertypen beruhendes Modell von GM Lars Bo Hansen auf - und zwar ‘Aktivspieler’, ‘Pragmatiker’, ‘Theoretiker’ und sogenannte ‘Reflektoren’. Deren jeweilige Stärken und Schwächen werden anhand vieler Beispiele erläutert anhand derer der Leser versuchen kann, sich dem ein oder anderen Spielertypus zuzuordnen.

"Im Rahmen der Vorbereitung auf meinen nächsten Gegner ... spielen immer wieder bestimmte Charakterzüge eine Rolle, die ich diesem Spieler zuzuordnen versuche. ... Hier kann es hilfreich und zeitsparend sein, beispielsweise durch gespielte Eröffnungen Rückschlüsse auf den Spielertypus und damit auch auf Stärken und Schwächen zu ziehen - oder über bekannte Spielereigenschaften Hinweise auf die Wahrscheinlichkeit betreffs der Wahl bestimmter Eröffnungsvarianten zu bekommen. Diese und zahlreiche weitere Überlegungen werden in dem vorliegenden Werk gebündelt und systematisch dargestellt. Die Einteilung in vier prototypische Spielernaturen ist ausgesprochen hilfreich bei der Beantwortung von Fragen, die nicht nur die Partievorbereitung betreffen, sondern beispielsweise auch die Bestimmung der eigenen Charakteristik als Schachspieler. Darüber hinaus gibt das Werk Amateuren und Schachinteressierten einen hilfreichen Leitfaden an die Hand, um sich ein eigenes Bild von diesem oder jenem Spieler machen zu können.” (Auszüge aus dem Vorwort von GM Vincent Keymer)

  • Videospielzeit: 7 Stunden (Deutsch)

Luis Engel , Jahrgang 2002, ist mit 17 Jahren Großmeister geworden und wurde 2020 Deutscher Meister. Ein Jahr später gewann Engel das German Masters, ein Rundenturnier mit zehn deutschen Spitzenspielern, welches oberhalb der gleichzeitig stattfindenden Deutschen Meisterschaft angesiedelt ist. Er spielt in der 1.Bundesliga für den Hamburger SK und studiert Jura.

Karsten Müller gilt als einer der größten Endspielexperten weltweit. Dazu hat sein zusammen mit Frank Lamprecht verfasstes Buch "Grundlagen der Schachendspiele“ ebenso beigetragen wie seine Kolumnen auf den Webseiten ChessCafe und Chessase sowie im ChessBase Magazin. Müllers ChessBase-DVDs im Fritztrainer-Format über Endspiele sind Bestseller. Im Chess- Base Videoportal begrüßt er regelmäßig illustre Gäste zu seinen Endspielshows. Der Großmeister und promovierte Mathematiker lebt in Hamburg, wo er auch für den HSK mehr als 25 Jahre in der Bundesliga auf Punktejagd ging.


Mindestens:

  • Pentium III 1 GHz

  • 1 GB RAM

  • Windows 8.1

  • DirectX9 Grafikkarte mit 256 MB RAM

  • DVD-ROM Laufwerk

  • Windows Media Player 9

  • Internetverbindung zur Programmaktivierung

Empfohlen:

  • PC Intel Core i7

  • 2.8 GHz

  • 4 GB RAM

  • Windows 10

  • DirectX10 Grafikkarte (oder kompatibel) mit 514 MB RAM oder mehr

  • 100% DirectX10 kompatible Soundkarte

  • Windows Media Player 11

  • DVD-ROM Laufwerk

  • Internetverbindung zur Programmaktivierung

Weitere Informationen
Gewicht 100 g
Hersteller ChessBase
Breite 13 cm
Höhe 19 cm
Medium DVD
Erscheinungsjahr 2021
Autor Karsten MüllerLuis Engel
Reihe Fritz Trainer Strategie
Sprache Deutsch
Auflage 1
ISBN-13 978-3-86681-829-3
Einband DVD-Box

Sample Video:

Beispielvideo:

EINE FRAGE DES CHARAKTERS

Was nutzt die beste Stellung, wenn man sie nicht spielen kann? Schach hat immer etwas mit dem Charakter zu tun. Den einzig richtigen Zug gibt es oft nicht. Welchen man wählt, hängt vom persönlichen Geschmack ab.

Im letzten Jahr haben Karsten Müller und Luis Engel bei ChessBase die DVD Das Spieler­typen-Standardmodell veröffentlicht, das schon 2020 als Buch im Joachim Beyer Verlag erschienen ist. Die beiden deutschen Großmeister re­ kurrieren dabei auf das von Lars Bo Hansen vorgeschlagene Viertypenmodell.

Es ist für jeden Spieler wichtig, seine eigenen Stärken und Schwächen möglichst früh herauszufinden, um darauf ein entsprechendes Er­öffnungsrepertoire aufzubauen und an seinen Schwächen zu arbeiten. Aber auch bei der Vorbereitung auf einen Gegner ist es wesentlich, Stellungen anzustreben, die ihm wenig liegen.

Das Modell betrachtet nur zwei Achsen: die eine besteht aus Intuition und Logik, die andere aus Fakten und allgemeinen Konzepten. Daraus ergeben sich die vier Typen, die in der Realität natürlich nicht so scharf abzugrenzen sind: der Aktivspieler, der Pragmatiker, der Reflektor und der Theoretiker.

Zu den Aktivspielern zählen Aljechin, Spasski, Kasparow, Anand, Schirow, Topalow, Morosewitsch, Judit Polgar, Larsen. Tal und Neschmetdinow werden gar als Hyperaktivspieler klassi­fiziert. Aktivspieler haben sehr ausgeprägte Schwächen. Sie streben nach aktivem Spiel auch da, wo Zurückhaltung angebracht wäre, wes halb sie zu verpflichtenden Bauernzügen neigen. Sie haben ein ausgeprägtes Gefühl für Initiative und Dynamik und sind bereit, große positionelle und materielle Zugeständnisse zu machen, weil sie ein gutes Gespür für Kompensationsfaktoren haben. Ihnen mangelt es an Objektivität, oft sind sie zu optimistisch. Aktivspieler müssen daran arbeiten, pragmatischer zu werden. Man sollte den Aktivspieler in eine leicht schlechtere Stellung mit statischen Schwächen drängen und mit aktiver Prophylaxe das Gegenspiel unterbinden.

Theoretiker , die man vielleicht besser als Dogmatiker bezeichnet, sind Steinitz, Botwinnik, Tarrasch, Nimzowitsch, Leko, Giri und auch der frühe Kramnik. Sie haben ein gut ausgebautes, oft aber etwas enges Eröffnungsrepertoire, das sie extrem gut kennen. Ihr Spiel ist logisch und stringent, oft kann man einen roten Faden von Anfang bis Ende erkennen. In ihren Eröffnungen prägen Bauernstrukturen langanhaltend das Spielgeschehen. Eine gute Bauernführung und Kontrolle führen oft zu einem Spiel auf zwei Ergebnisse. Theoretiker haben eine sehr gute Technik, um mit risikoarmem Spiel kleinste Vorteile zu realisieren. Sie sind stark in strate­ gischen Endspielen mit klaren Merkmalen, in der An wendung von Regeln. Zu ihren Schwächen zählen ihr Dogmatismus, weil sie oft an Prinzipien festhalten, auch wenn sie nicht passen.

Die Bezeichnung Reflektor ist etwas unglücklich. Darunter verstehen die Autoren intuitive Spieler wie Capablanca, Smyslow, Petrosjan, Karpow, Carlsen, Keymer, aber auch Alpha Zero, weil das Programm oft langfristige Pläne realisiert. Es ist kein besonders häufiger Spielertyp, der aber für alle anderen sehr unangenehm ist. Er zeichnet sich durch schwer erlernbare Fähigkeiten aus: ein tiefes strategisches Verständnis und in tuitives Wissen um Harmonie und Koordination. Diese Spieler berechnen relativ wenige Varianten, was auch ihre Schwäche ist, weil in scharfen, konkreten Stellungen Intuition nicht ausreicht. Sie finden häufiger kontraintuitive Züge und Pläne als andere. Bei ihren ruhigen Systemen kommt es auf das Spielverständnis an. Im Gegensatz zu Aktivspielern opfern sie nicht für Königsangriff, sondern für positionelle Vorteile und langfristige Kompensation.

Zu den Pragmatikern , die sich vor allem auf konkrete Variantenberechnungen verlassen, gehören Fischer, Lasker, Euwe, Kortschnoi, Caruana, Vachier-Lagrave, Karjakin und Alpha-­Beta-Engines (wie Stockfish ). Im Vergleich zu den anderen Typen sind sie am ausgewogendsten. Ihnen unterlaufen selten grobe taktische Fehler und sie haben meist eine gute Zeiteinteilung. In der Verteidigung sind sie gut, solange sie die Varianten konkret berechnen können. Sie nehmen gerne Material, selbst wenn es die Initiative kostet. Schwächen treten zu Tage, sobald man mit Variantenberechnung nicht zum Ziel kommt, insbesondere wenn es um langfristige Pläne und strategische Fragen geht. Gegen Pragmatiker sollte man ruhige, technischen Stellungen anstreben.

Welcher Typ Sie sind, hängt von Ihrem Charakter ab. Sich mit Spielertypen zu beschäftigen ist nicht nur nützlich, sondern macht auch Spaß!

Harry Schaack

KARL 1/2022