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LXSOSRS

Russian Silhouettes

224 Seiten, kartoniert, New in Chess, 2009, Erstauflage 2001

21,54 €
Inkl. 5% MwSt., zzgl. Versandkosten

The dissolution of the Soviet Union marked the end of a unique chapter in the history of chess. With hindsight we can only marvel at the pivotal place the royal game occupied in the biggest country in the world.

Originally embraced by Lenin als 'gymnastics of the mind', chess developed into an ideological weapon during the Cold War. Supported by the Soviet leadership, its champions, from Mikhail Botvinnik on, grew into symbols of socialist excellence.

As a respected trainer who became a wold-class grandmaster after leaving Leningrad and moving to Holland in 1972, Genna Sosonko observes Soviet chess from a privileged dual perspective. Combining an insider´s nostalgia with the detachment of a critical observer, he has produced unforgettable portraits of the heroes of this vanished age. This is a new, enlarged edition of a modern classic.

Weitere Informationen
Gewicht 380 g
Hersteller New in Chess
Breite 14,5 cm
Höhe 22 cm
Medium Buch
Erscheinungsjahr 2009
Autor Genna Sosonko
Sprache Englisch
ISBN-13 9789056912932
Jahr der Erstauflage 2001
Seiten 224
Einband kartoniert

007 A Vanished Age

020 My Misha (Mikhail Tal)

031 A Journey to Immortality (Mikhail Botvinnik)

057 'I Must Work, I Must Work' (Lev Polugaevsky)

070 The Chess King of Odessa (Efim Geller)

084 In a Silent Way (Paul Keres)

098 I Knew Capablanca ...

121 A great teacher inspires (Vladimir Zak)

136 'You Ask the Questions' (Semyon Furman)

151 The Maestro (Alexander Koblenz)

174 The Jump (Alvis Vitolins)

190 The Summing Up (Grigory Levenfish)

Das Buch "Russian Silhouettes" von Genna Sosonko ist ein reines Lesebuch - keine einzige Schachpartie ist enthalten, kein Diagramm zu sehen. Sosonko beschäftigt sich nicht mit Schach, sondern mit Menschen, in derenen Leben das Schach eine wichtige Rolle gespielt hat - oder manchmal sogar der einzige Inhalt war. Erstmals erschien "Russian Silhouettes" im Jahr 2001, die vorliegende dritte Auflage erschien in einer erweiterten Ausgabe.

Sosonko portraitiert elf Schachspieler aus eigenen Erinnerungen oder Erzählungen anderer. Mit Ausnahme des von Raul Capablanca, der mit Hilfe einer Begegnung Sosonkos mit Capablancas Frau Olga skizziert wird, handelt es sich bei den portraitierten Spielern allesamt um Spieler aus der Sowjetunion. , denen Sosonko im Laufe seines Lebens begegnet ist.

Jedem Spieler ist ein eigenes Kapitel gewidmet, genau genommen sind es zwölf Portraits, denn am Anfange erzählt der Autor aus seinem eigenen Schachleben - wie er in St. Petersburg aufwuchs und später nach Amsterdam übersiedelte. In den weiteren Abschnitten lernt der Leser nun Mikhail Tal, Mikhail Botvinnik, Lev Polugaevsky, Efim Geller, Paul Keres, Raul Capablanca, Vladimir Zak, Semyon Furman, Alexander Koblenz, Alvis Vitolins und Gregory Levenfish näher kennen.

Nicht erst nach dem Zweiten Weltkrieg verschwand die Sowjetunion hinter einem eisernen Vorhang, der für Informationen kaum durchlässig war. Umso interessanter ist es, im Nachhinein von teilweise kuriosen Begebenheiten zu erfahren. Auch wenn es keine Notationen oder Diagramme gibt, lernt man man sogar etwas über das Schach. so von Mikhail Tal. - Warum er gerade den Bauern geopfert habe? Nun, der Bauern störte ihn eben -.

Zahlreiche Details werden in den Erinnerungen sichtbar: Tals Morphiumsucht wird erwähnt, sein Hang zum Alkohol und zum zügellosen Leben überhaupt, aber auch seine lebenslange Fußball-Leidenschaft. Wir erfahren über Lev Polguajevsky, dass er ein brillanter Analytiker war, aber im Urteil von Kortschnoj niemals wirklich erwachsen wurde, sondern eigentlich immer mit der Mentalität eines 15-Jährigen durch das Leben schritt. Von Alvins Vitolins berichtet Sosonko, dass dieser kein weiteres Leben neben dem Schach besaß. Schach war für diesen großartigen Taktiker, der so gut Blitz spielte, dass er sich oft mit Tal zum Spielen treffen konnte, das Einzige. Er blieb immer bei seinen Eltern wohnen und eines Tages merkte er wohl, dass Schach alleine zu wenig war. Mit dem Sprung von einer Eisenbahnbrücke setzte er seinem Leben ein Ende.

Pauls Keres hatte ganz besonders unter den politischen Widernisse seiner Zeit zu leiden. Erst war er Bürger des unabhängigen Estlands, dann war seine Heimat von der UdSSR besetzt, kurz danach marschierten die Deutsche ein und dann wurde Estland wieder in die UdSSR integriert. Keres geplante Flucht nach Schweden kurz vor dem Erscheinen der Roten Armee misslang und eigentlich drohten ihm 20 Jahre Sibirien, ein Schicksal, dass unzählige Esten, ebenso wie Letten und Litauer auch ereilte. Doch dank der Hilfe des neuen estnischen KP-Chefs durfte er weiter Schach spielen, wobei Keres zum Ende des Zweiten Weltkrieges kaum russisch sprach. Seine erste Fremdsprache war deutsch.

"Russian Silhoettes" beschäftigt sich mit vielen Spielern, die eigentlich gar keine Russen sind. Keres, Tal und Vitolins sind Balten. Geller und Zak sind Ukrainer. Und einige davon und andere stammten aus jüdischen Familien, die in Russland und auch noch in der Sowjetunion eine besondere Rolle spielt. Vielleicht wäre "Sovjet Silhoettes" der passendere Titel gewesen. Aus den Erinnerungen und Episoden entwickelt sich ein Bild dieser Schachspieler und mit jedem Lebensbild, das hier schemenhaft entsteht, erhält man auch einen immer intensiver werdenden Eindruck vom Leben in einem Staat, der den eigenen Bürgern gegenüber feindlich eingestellt waren. Großartiger, etwas melancholischer Lesestoff - nicht nur für Schachfreunde!

Mit freundlicher Genehmigung

André Schulz, www.chessbase.de

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REZENSION ZUR 1. AUFLAGE:

Der Autor, Jahrgang 1943, hat mit dem Erscheinungsdatum des vorliegenden Buches ziemlich exakt zwei Lebenshälften in zwei verschiedenen Städten bzw. Staaten verbracht. 29 Jahre lang, bis Mitte 1972, lebte er in der einstigen UDSSR, genauer gesagt in Leningrad, bevor er nach Amsterdam übersiedelte, lange bevor der Eiserne Vorhang die ersten Risse bekam.

Das Sowjetschach ist heute Geschichte, aber seine Protagonisten, in erster Linie die Weltmeister seit der Aera Botwinnik, haben die schachliche Entwicklung geprägt wie niemand anders seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges. Nunmehr liegt mit der Publikation der russischen Silhouetten eine Portraitsammlung von ehemaligen Landsleuten vor, denen Sosonko in Leningrad, Amsterdam oder wo auch immer auf diesem Globus begegnet ist.

Unser Buch handelt nicht vom Schach im engeren Sinne. Sie finden dort weder Partien noch Diagramme, umso mehr aber Wissenswertes über Leben und Lebensumstände von Persönlichkeiten, die in der Vergangenheit im Bereich oder auch nur im Dunstkreis der 64 Felder eine Rolle gespielt haben. Und damit schließt das Buch eine nicht unbeträchtliche Lücke in der Schachliteratur, denn seien wir doch ehrlich: Zwar wissen wir häufig um Elo-Zahl, Stärken, Schwächen, Vorlieben und Abneigungen der Meister X oder Y auf dem Schachbrett, aber kennen wir sie auch privat?

Es ist eine ganze Menge an Insiderwissen schachlicher und nichtschachlicher Art, das dem interessierten Leser dargeboten wird. Vorgestellt werden Weltmeister wie Tal oder Botwinnik, Schachgrößen wie Geller oder Polugajewski, Traineridole wie Zak oder Koblenz, Meisterspieler, die es aufgrund der übermächtigen Konkurrenz in ihrem Land nie bis ganz oben geschafft haben wie Furman oder Löwenfisch, aber auch Schachspieler, deren Leben tragisch endete wie z.B. Vitolinsch. Für jeden dieser Spieler hat Sosonko ein eigenes Kapitel reserviert, in dem sich der Autor dessen Bedeutung als Mensch und als Schachmeister annimmt. Ach ja, auch eine Dame war Objekt der Sosonkschen Betrachtung - eine Dame gar, die nur soviel mit dem Königlichen Spiel verband als dass sie die russischstämmige Ehefrau eines der ganz großen unserer Zunft war: Olga Capablanca.

Sosonko schreibt einfühlsam, man spürt, dass ihm die Porträtierten wichtig waren, ganz gleich ob persönliche Affinität wie im Verhältnis des Autors zu Michail Tal oder eher Distanz wie in seiner Beziehung zu Botwinnik durchschimmert. Es ist so etwas wie kritische Nostalgie, die sich wie ein roter Faden durch das ganze Buch zieht.

Die Reportage über das russische Schach und seine Meister wird abgerundet durch eine Menge an Fotomaterial, sodass sich der Leser auch optisch ein Bild über das Objekt der jeweiligen Betrachtung machen kann. Einziger Wermutstropfen ist die Tatsache, dass das in den Niederlanden erschienene Buch bislang nur in englischer Sprache vorliegt.

Rochade-Europa 6/2001, E. Carl

Mit dem neuen "Russian Silhouettes" von Genna Sosonko liegt nun der zweite Band aus einer Reihe mit ungewöhnlichen Schachbüchern vor.

Nachdem es im ersten Buch um die großen Turniere von Linares ging, dem Wimdledon des Schachs, porträtiert der langjährige Großmeister und Trainer Genna Sosonko die Heroen vergangener Zeiten.

Er berichtet von seinen Begegnungen und Gesprächen mit Schachlegenden wie Tal, Botvinnik, Polugaevsky, Geller, Furman und Koblenz.

Thema sind hier also nicht die Partien dieser Spieler und Trainer, sondern ihre Persönlichkeiten, und an der Seite des Autors darf der Leser einen offenen und ehrlichen Blick auf diese Menschen werfen, die man sonst nur von ihren Partien kennt.

Für alle, die sich für die Schachgeschichte interessieren, hier speziell die Ära zur Zeit der Sowjetunion, dürfte dieses Buch ein kleiner Leckerbissen sein, denn so privat kann man die Spieler dieser Zeit sonst nicht kennen lernen, zumal das Buch dazu verführt, in einem Schwung verschlungen zu werden.

Der Preis für dieses schöne Buch zum Schmökern liegt bei 21 Euro, um die 206 Seiten genießen zu können sollten allerdings gute Englischkenntnisse vorhanden sein.

Schach-Markt 4/2001