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Fight 1.d4 with the Tarrasch!

A Complete Black Repertoire vs. 1.d4

384 pages, paperback, Russel, 1. edition 2019

€26.95
Incl. 7% Tax, excl. Shipping Cost

Do you like active piece play? Fighting for the initiative from move one? The Tarrasch Defense just may be what you are looking for. Its advantages include:

(1) It can be played against pretty much anything: 1.Nf3, 1.c4, 1.g3, 1.d4. Play 1...e6, 2...d5 and 3...c5 and you are there!

(2) It leads most of the time to a typical IQP pawn structure, and it is difficult for the opponent to shape the game into another course.

(3) Black’s pieces naturally enjoy open lines and active posts so it’s easy to play the opening moves quickly and successfully!

This book is exceptional! Tarrasch exponents have been blessed in the past years with some excellent works, and this book continues this happy trend. It is both a detailed reference manual and a source of inspiration. For example, in the main line 1.d4 d5 2.c4 e6 3.Nc3 c5 4.cxd5 exd5 5.Nf3 Nc6 6.g3 Nf6 7.Bg2 Be7 8.0-0 0-0 9.dxc5, I was intrigued to see such interesting analysis of the unusual gambit line 9...d4 as well as the main line 9...Bxc5. I was also very impressed by the work that Vassilios put into the awkward sidelines such as 3.Nf3 c5 4.cxd5 exd5 5.Bg5, discovering a wealth of active possibilities in quiet-looking positions. I am certain that this book will become an essential tool both for experienced Tarrasch players and future aficionados! – Grandmaster Matthew Sadler in his Foreword

Greek grandmaster Vassilios Kotronias is well-known for his excellent analytical work and writing style which presents the material in a way that is comprehensive and easy to understand. In this book – his first for Russell Enterprises – he offers a thorough system for Black against 1.d4. That includes responses to other systems such as the Colle, Trompowsky, London, etc. So, are you ready to stake your claim as Black, fighting from the first move? The Tarrasch may be just what you are looking for!

More Information
Weight 670 g
Manufacturer Russel
Width 17,7 cm
Height 25,3 cm
Medium Book
Year of Publication 2019
Author Vassilios Kotronias
Language English
Edition 1
ISBN-13 978-1-949859-07-2
Pages 384
Binding paperback

Ich liebe Schachbücher! Aber leider ist das auch eine Schwäche, die (neben anderen) wohl verhindert hat, dass ich Großmeister wurde. Ich kaufe mir nämlich gerne Bücher zu verschiedensten Eröffnungen und wenn mich das Buch überzeugt, wird sofort ausprobiert, was ich da gelesen habe. Das frisst dann einige Zeit, die wohl besser in das Training anderer Bereiche angelegt worden wäre. Dafür macht mir das aber auch sehr viel Spaß. Ich finde auch, dass sich die Schachliteratur in den letzten 3 Jahrzehnten sehr gut weiterentwickelt hat. Viele Autoren achten nicht nur darauf, gute Varianten zu empfehlen, die heutzutage vor allem auch den immer stärker werdenden Engines gefallen, es wird auch viel und gut erklärt, worum es in der jeweiligen Eröffnung geht, wie die Mittelspielpläne sind, was für Teilziele man erreichen kann und so weiter. So können Spieler jeder Spielstärke schnell neue Eröffnungen erlernen. Ich erinnere mich noch dunkel an Zeiten, in denen ambitionierte Spieler im Informator Variante um Variante analysierten und dort fast keine Worte, sondern nur die typischen Zeichen vorfanden, die ihnen dann mitteilten, dass eine Stellung zum Beispiel besser für sie, schlechter für sie oder ausgeglichen war. Warum das dann aber so war, musste man selbst herausfinden. Leider gibt es auch heute noch Autoren, die lieber auf eine unfassbare Anzahl an Varianten setzen statt dem Leser einfach mal zu erklären, was in der jeweiligen Stellung vor sich geht. Ein Negativbeispiel dazu hat mich letztens erreicht.

"Fight 1.d4 with the Tarrasch" kommt mir dabei als Kuckuckskind vor. Das Cover zeigt die Zeichnung eines jungen Spielers am Schachbrett, der vermeintlich gegen seinen Opa spielt. Da ich das Schachspiel auf diese Art und Weise gelernt habe, sprach mich das natürlich an. Auf dem Buchrücken sieht man dann Argumente für die Tarraschverteidigung des Damengambits, die nach 1.d4 d5 2.c4 e6 und dann 3. ...c5 entsteht. Es geht um Dynamik, Aktivität und all das soll einfach zu verstehen sein. Damit wird der Traum eines jeden Spielers bedient, der in den geschlossenen Spielen seine Probleme hat. Einzig bei dem Autor wird der eine oder andere erfahrene Schachbuchleser schon etwas skeptisch. Der griechische Großmeister Vassilios Kotronias ist eben nicht für seine verbalen Erklärungen bekannt, sondern eher für Bücher, in denen sich Untervariante an Untervariante an Untervariante reiht und man von seinem Drang, jede noch so kleine Variante auszuschmücken, erschlagen wird. Es gibt aber für mich eine Ausnahme in seiner Vita. 2016 hat er mit "The Safest Scandinavian" für Chess Stars ein Buch veröffentlicht, in dem er zwar auch recht ausufernd die Theorie darstellte, aber dazu viele Erklärungen und Merksätze einfließen ließ. Meine Hoffnung, dies wäre die zweite Ausnahme, wurde aber schnell zerstört.

In der Einleitung soll erst noch dem Leser die Angst vor Isolanistellungen genommen werden, die in der Tarraschverteidigung häufig entstehen. Dabei gibt der Autor eins der schlimmsten Szenarien an. Es wurden viele Figuren abgetauscht und Weiß hat den tollen Blockadespringer vor dem Isolani d5, während Schwarz den nutzlosen weißfeldrigen Läufer auf e6 hat und kein Gegenspiel besitzt. Dieses gruselige Endspiel kam 1935 in einer bekannten Partie zwischen Salo Flohr und Jose Raul Capablanca auf das Brett und letzterer hielt es. Der Autor kommentiert dieses Endspiel ganz gut und gibt dazu auch noch einige Partien von Garri Kasparov an, der die Tarraschverteidigung in den 80ern popularisiert hat. So hat der Leser schon einmal eine kleine Grundlage. Leider gibt es dann wieder das übliche Variantendickicht. Für mich war es fast unerträglich, diesen Wust an Ideen durchzuarbeiten. An ein paar Stellen gab es dann zum Beispiel Bezeichnungen wie "M2b941". M bedeutet, dass es eine Hauptvariante ist und davon dann die Untervariante der Untervariante der Untervariante der Untervariante der Untervariante. Da wirkte es für mich als Leser auch wie der reine Hohn, dass der Autor immer wieder angibt, die Tarraschverteidigung sei ein Zehntel an Theorie der Königsindischen Verteidigung. Einige erinnern sich vielleicht noch mit Schrecken an die Papierverschwendung, die er für den Quality Chess Verlag einst betrieb, indem er eine Königsindischreihe schrieb, die so komplex und verwirrend war, dass er selbst irgendwann nicht mehr durchblickte und an einigen Stellen auch einfach schlecht analysierte.

Ich gebe einmal kurz an, warum ich die Tarraschverteidigung für Vereinsspieler bis 1800 als ideale Eröffnung ansehe. Zum einen ist es für Schwarz eigentlich relativ egal, ob der Gegner 1.d4, 1.c4 oder 1.Sf3 spielt, Schwarz kann immer gleich antworten und hat seine Stellung auf dem Brett. Dann spielt Weiß nach 1.d4 d5 2.c4 e6 3.Sc3 c5 in dem Spielstärkebereich eigentlich nie die Hauptvariante 4.cxd5 exd5 5.Sf3 Sc6 6.g3, sondern lieber mit e3, was recht unkritisch ist. Der dritte Punkt ist, dass Schwarz mit einiger Erfahrung den isolierten d5 nicht einstellen wird, aber die Gegner die Verteidigung gegen den Isolani normalerweise nicht gut beherrschen und Schwarz dann mit aktiven Zügen gute Gegenchancen bekommt.

Für all das benötigt Schwarz aber nicht zig Untervarianten, sondern eine Anleitung, wie man mit den Tarraschisolanistellungen mit einem weißen Bauern auf e3 oder einem weißen Bauern auf g3 umzugehen hat und was man tun muss, wenn der Gegner gar nicht cxd5 spielt und keine Isolanistellung anstrebt. Natürlich enthält das vorliegende Buch diese ganzen Varianten, aber es ist weder unterhaltsam, dieses Buch durchzuarbeiten, noch irgendwie sinnvoll, sich tausend Varianten in das Hirn zu prügeln, wenn eine klare Anleitung absolut ausgereicht hätte. Komisch finde ich auch, dass die Hauptvariante nach den obigen Zügen und dann 6. ...Sf6 7.Lg2 Le7 8.0-0 0-0 9.Lg5 mit c4 weitergeht, wo doch der Isolani im Vordergrund stehen soll, der nach 9. ...cxd4 Sxd4 entsteht. Diese Variante ist die alte Hauptvariante und wird auf vier Buchseiten kurz präsentiert, aber dann folgen 30 zu 9. ...c4. Letztere Variante halte ich für extrem unpraktisch, weil Schwarz in einigen Abspielen einfach die Zugfolgen auswendig lernen muss, um keine Probleme zu bekommen. Viele Varianten enden auch in ziemlich toten Endspielen, was man an diversen GM-Partien sehen kann, die ohne einen eigenen Zug der Protagonisten im Remis endeten. Das ist auch mit der Grund, warum ich die Tarraschverteidigung nur Schülern bis 1800 empfehle. Ab dieser Marke spielen dann leider recht viele Leute diese Hauptvariante und man hat mit Schwarz nicht mehr wirklich gute Gewinnchancen, wenn Weiß sich auskennt. Der Autor gibt zwar hier und da auch Alternativen an, mit denen Schwarz ein paar Gegenchancen kreieren kann, aber das endet dann noch mehr im Auswendiglernen.

Darum überzeugt mich das Buch insgesamt nicht. Als Nachschlagewerk zur Tarraschverteidigung ist es sicher gut geeignet, aber wenn man die Eröffnung erlernen möchte, sollte man vielleicht doch eher "The Art of the Tarrasch Defence" von GM Bezgodov oder andere Werke nutzen. Wer allerdings ein knallhartes Arbeitsbuch zu dieser Eröffnung sucht und am besten eine Spielstärke von mindestens 2000 DWZ mitbringt, kann hier gut zugreifen. Ich denke allerdings, man kann diese Eröffnung für verschiedene Spielstärken besser darstellen.

IM Dirk Schuh

Oktober 2020

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