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SXGAN

Gandalf 2.1

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€15.08
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Medium DVD, 3,5"
Author Steen Surballe
Required CPU ab 386
Required HD space 3 MByte
Operating System DOS, Windows 3.11, Windows 95
Language German, English
Copy Protection None
Sound Board No
Functions autoplayer, recognition of positions, transpostions
Ports RS232
Elo (Hardware) 2041 (P90)

Das erste kommerzielle Schachprogramm aus Dänemark trägt den schönen Namen Gandalf. Der Name ist Tolkiens "Herr der Ringe" entnommen und soll den nordischen Ursprung verdeutlichen. Bei seinem ersten öffentlichen Auftritt in München bei der Mikro-WM 1993 machte Gandalf von sich reden, als es zum Auftakt Fritz und M-Chess schlagen konnte.

Das Programm präsentiert sich als DOS-Vertreter, verursacht aber keine Probleme unter Win 3.1 / Win 95. Allerdings benötigt Gandalf wenigstens 580 KB freien Arbeitsspeicher und erfordert damit ein gutes Speichermanagement.

Gandalf 2.1 ist nicht gerade üppig ausgestattet. Zwar sind alle gängigen Spielstufen inklusive einer "Fischer-Clock" vorhanden, aber eine automatische Partieanalyse, eine Problemschachstufe, Datenbankfunktionen oder einen Eröffnungseditor sucht man vergeblich.

Leider kann auch die Spielstärke nicht begeistern. Mit einer schwedischen Einschätzung von 2061 Elo-Punkten auf einem Pentium 90 liegt Gandalf über 350 Punkte unter den Spitzenprogrammen. Während die mit 400.000 Halbzügen sehr große Eröffnungsbibliothek noch gut auf das Programm abgestimmt zu sein scheint, läßt es gerade im Endspiel große Schwächen erkennen.

Das interessante am dänischen Programm ist denn auch weniger die Spielstärke, als vielmehr seine Arbeitsweise. Gandalf hat nämlich im Gegensatz zu praktisch allen anderen Mitbewerbern keinen Brute-Force-Sockel, in dem bis zu einer gewissen Suchtiefe alle Möglichkeiten erschöpfend geprüft werden, sondern selektiert bereits ab dem zweiten Halbzug den Suchbaum! Daß dabei einige wichtige Dinge übersehen werden, verwundert nicht. Erstaunlicherweise sind es relativ selten taktische Wendungen, die Gandalf entgehen, vielmehr scheint es am allgemeinen Schachverständnis zu fehlen. Dafür bietet diese Arbeitsweise den Vorteil, daß manchmal verschlungene Varianten schnell gefunden werden.

Damit prädestiniert sich Gandalf eher für den experimentierfreudigen Experten als für den ambitionierten Schachspieler.

Selektivstes Programm auf dem Markt mit nur einem Halbzug Brute Force-Berechnung! Sorgte bei der WM 1993 in München mit Auftaktsiegen gegen M-Chess Pro und Fritz für Furore.