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Doubled Pawns - A Practical Guide

256 pages, paperback, Russell Enterprises, 1. edition 2017

€19.95
Incl. Tax, excl. Shipping Cost
Doubled Pawns - Triumph or Trouble?

There isn’t a chessplayer who hasn’t struggled with doubled pawns. Are they strong because they oversee and surveil important squares or reinforce defensive ramparts? Are they weak, prone to being collected by our opponent in the endgame - or sooner? The easy answer is that it depends on the position. But are there principles that may be applied to help evaluate positions with doubled pawns. ”Yes!“ says Belarusian grandmaster Sergey Kasparov.

In the first work devoted exclusively to this topic, the author examines the various pawn structures in which doubled pawns appear. He also investigates doubled pawns in the context of specific openings.

Contents include:
·Doubled Pawns after the Capture g7xf6
·Doubled Pawns in the Middle of the Board
·Isolated Doubled Pawns
·Spanish Formations
·French Structures
·Structures of the Sicilian Defense, Rossolimo Variation
·Doubled Pawns on the c-file
·And much more

The discussion and explanation of each topic is carried on in the context of almost 150 annotated games. The author goes about his task in his inimitable style, making for an entertaining yet instructive treatment of his subject matter.

International grandmaster Sergey Kasparov, with his popular writing style and insightful observations, is a favorite author and instructor in contemporary chess circles. Previous books include The Exchange Sacrifice: A Practical Guide (2016); The Dynamic Benko Gambit (2012); Steamrolling the Sicilian (2013); and A Cunning Chess Opening for Black (2015). He lives with his wife, womens international master Tatiana Kasparova, in Belarus.
More Information
EAN 9781941270684
Weight 360 g
Manufacturer Russell Enterprises
Width 15.2 cm
Height 22.9 cm
Medium Book
Year of Publication 2017
Author Sergey Kasparov
Language English
Edition 1
ISBN-13 978-1941270684
Pages 256
Binding paperback
005 Introduction
008 Signs & Symbols
007 Chapter 1
Doubled Pawns after the Capture g7xf6
028 Chapter 2 The Pawn Structure after the Capture hxg (axb)
047 Chapter 3 Doubled Pawns in the Middle of the Board
069 Chapter 4 Isolated Doubled Pawns
083 Chapter 5 ”Spanish“ Formations
084 Section 1 Black Pushes c6-c5 Immediately
095 Section 2 Mamedyarov’s New Ideas
099 Section 3 Black Brings the Bishop to g4
104 Section 4 Black Does Not Hurry to Push c6-c5
124 Chapter 6 When the Pawn Captures to the Edge of the Board
135 Chapter 7 Doubled Pawns on the c-file
153 Chapter 8 Structures of the Rossolimo Variation, the Sicilian Defense
153 Section 1 Black Captures on с6 with the d-pawn
166 Section 2 Black Captures on с6 with the b-pawn
174 Section 3 Black Pushes 3...e6
180 Section 4 Black Pushes 3...d6
185 Chapter 9 ”Russian“ Doubled Pawns, the Petrov’s Defense
200 Chapter 10 Other Lines
200 Section 1 The ”Sicilian“ Ending with Doubled f6/f7-pawns
205 Section 2 Doubled Pawns in the Benoni Defense
210 Section 3 Rare Lines: Tripled Pawns
211 Section 4 Nuances of the Berlin Variation, Ruy Lopez (Spanish Game)
214 Section 5 Doubled Pawns on the e-file
222 Section 6 "French“ Structures
225 Section 7 Doubled Pawns with Opposite-color Bishops
230 Section 8 Miscellaneous
251 Conclusion1
252 Games Index
Umsetzungsmängel
Sergei Kasparow hat mittlerweile eine Reihe von Büchern veröffentlicht. In der Vergangenheit hatte man oft den Eindruck, dass das vordringlichste Anliegen des mittlerweile bei einer Elo von 2450 liegenden weißrussischen GMs darin bestand, seine eigenen Partien zu verwerten. Auch sein neuestes Werk Double Pawns macht keine Ausnahme.
Das Buch beschäftigt sich mit einem wichtigen positionellen Aspekt, zu dem es bislang kaum eigenständige Publikationen gibt. Meist werden Doppelbauern nur in Unterkapiteln in einem größeren Zusammenhang abgehandelt. Doch obgleich das Ansinnen des Autors löblich ist, mangelt es an der Umsetzung. Das gesamte Buch ist so unstrukturiert wie Kasparows Vorwort, der darauf hinweist, dass er kein systematisches Werk schreiben, sondern Pläne zeigen wollte. Die Gliederung in Kapitel wie Isolierte Doppelbauern, Spanische Formationen oder Doppelbauern in der Benoni-Verteidigung ist gut gelungen. Aber man gewinnt den Eindruck, dass der Autor einfach all seine Partien dazu aus der Datenbank präsentiert, ohne sie auf ihren instruktiven Gehalt geprüft zu haben. Da Kasparow fast ausschließlich Open spielt, haben die allermeisten seiner Gegner nur eine Elo um die 2000-2200. Es ist evident, dass es von stärkeren Spielern Beispiele gibt, die die Möglichkeiten der Verteidigung und des Angriffs eines Doppelbauern tiefer ausloten. Aber die haben nur in geringer Zahl Eingang in dieses Buch gefunden.
An jedem Kapitelende gibt es eine kurze Schlussfolgerung, die sich nicht selten in Banalitäten verliert. Einmal heißt es sinngemäß: Isolierte Doppelbauern kommen entweder bei Anfängern oder bei erfahrenen Profis vor. Bei ersteren sind sie eine Schwäche, bei den anderen kommt es auf die Situation an. Oder: In der spanischen Abtauschvariante kann Schwarz nur dann erfolgreich sein, wenn Weiß zu sehr auf Gewinn spielt - aber das gilt zugegebenermaßen für alle Eröffnungen. Und auch der Schlusssatz: Wir können festhalten, dass Doppelbauern mehr Übel als Nutzen bringen, scheint in Anbetracht der Häufigkeit dieser Struktur überzogen.
Das Verdienst von Kasparows Buch ist, dass er sich eines weitgehend vernachlässigten Aspekts angenommen hat und dazu Material liefert. Aber leider fehlt es völlig an einem strukturierten Zugang zu diesem Thema.
Harry Schaack
KARL 3/2018



Für sein noch in 2017 von Russell Enterprises in den Markt gegebenes Werk "Doubled Pawns" hat sich Sergey Kasparov ein ausgezeichnetes Thema ausgesucht. Wie es schon der Buchtitel aussagt, geht es um den Umgang mit Doppelbauern. Es soll dem Leser als Führer für die Praxis dienen, was auch der Untertitel "A Practical Guide" bestätigt.
Mir ist keine Veröffentlichung bekannt, die sich in gleicher Weise ausnahmslos dem Doppelbauern im Schach widmet; insoweit gehe ich von einer Alleinstellung dieser Arbeit aus.

Doppelbauern gehören zur praktischen Schachpartie wie ein Schauer Regen zum Wetter. Dieser kann fast immer über uns kommen. Bei manchen Wetterlagen gehört er dazu, bei manchen anderen ist er weniger wahrscheinlich. Aber während man bei bestem hochsommerlichen Wetter sich kaum mit einem Schirm vor Ungemach von oben wappnet, sollte man im Schach immer ausreichend auf das Entstehen eines Doppelbauern vorbereitet sein, am besten natürlich mit Knowhow zum Umgang.
Einen Schauer Regen assoziieren wir gemeinhin mit eher weniger willkommenen Umständen. Beim Doppelbauern ist dies kaum anders. Aber ist ein Doppelbauer immer nachteilig oder kann er auch von Vorteil sein? Die Antwort auf diese Frage zählt zu den Dingen, die Kasparov vermitteln möchte, ebenso wie den richtigen Umgang mit diesem besonderen Stellungsmerkmal. Dies gilt unabhängig davon, ob man mit einem oder gegen einen Doppelbauern spielt.

Doppelbauern können überall auf dem Brett entstehen. Sie unterscheiden sich also nach der Lage, aber auch nach anderen Umständen, z.B. ob sie isoliert stehen oder nicht. Auch spielt die Partiephase keine unerhebliche Rolle. So sind sie in manchen Eröffnungsvarianten der Normalfall, bestens ausanalysiert und im Verbund mit anderen Stellungsmerkmalen als nicht nachteilig bekannt, während im Endspiel das Ergebnis in der Partie wegen eines Doppelbauern positiv oder negativ ausfallen kann.

Kasparov untersucht das Thema auf der Basis von insgesamt 148 kommentierten Partien. Als fleißiger Turnierspieler verfügt er über so viel eigenes Material, dass er in einem Großteil der Duelle selbst am Brett gesessen hat.
Er hat "Doubled Pawns" in insgesamt zehn Kapitel unterteilt. Diesen hat er die Beispiele nach dem Entstehen des Doppelbauern (beispielsweise durch das Schlagen g7xf6/g2xf3), nach deren Lage (beispielsweise in der Brettmitte oder auf der c-Linie), nach ihrer Situation auf dem Brett (beispielsweise isolierte Doppelbauern) bzw. nach der Eröffnungsvariante, die zu ihnen führt (beispielsweise Spanische Partie oder Rossolimo-Angriff in der Sizilianischen Verteidigung), zugeordnet.
Teilweise ergeben sich thematische Überlappungen, so etwa bei Doppelbauern in der Pirc-Verteidigung zu, übersetzt, Doppelbauern in der Brettmitte, die auch in den Bereich der isolierten Doppelbauern ragen. Hier wäre eine "organisatorische" Verbindung denkbar und vermutlich auch für den Leser hilfreich gewesen.

Kasparov arbeitet nicht mit Regeln, die er zum Umgang mit Doppelbauern aufstellt, oder mit Merksätzen. Vielmehr integriert er seine Ansätze unmittelbar in die Kommentierung der Partien. Diese weicht deshalb kaum von jenen ab, die man beispielsweise in einer Partiensammlung findet. Die Betrachtung des Spiels mit einem Doppelbauern oder gegen ihn findet also immer im Verbund mit der taktischen und strategischen Situation auf dem Brett statt. Dies macht zweifellos Sinn, denn natürlich hängt das Urteil über einen Doppelbauern davon ab, in welche Situation er eingebettet ist. Andererseits macht diese Art der Umsetzung "Doubled Pawns" zu einem Buch, das sich eher nicht an den unerfahrenen Spieler richtet. Der Leser sollte bereits so viel eigenes Spielverständnis mitbringen, dass er in der Lage ist, aus den Darstellungen heraus Hinweise zur geeigneten Spielweise selbst zu abstrahieren. Der unerfahrene Spieler wird ausdrückliche Hinweise zum Vorgehen und Regeln vermissen.

Am Ende eines Kapitels hat Kasparov ein kurzes Résumé platziert. Mit sehr gutem Willen kann man hier von dem einen oder anderen Hinweis oder einer Regel sprechen, die der Novize gebrauchen kann, aber nicht wirklich. Er erfährt beispielsweise, dass der Doppelbauer auf der c-Linie zum Doppelbauern gewordene b-Bauer manchmal stärker einzuschätzen ist als bei einem Verbleib auf seiner Linie. Einige Verallgemeinerungen wären meines Erachtens allerdings verzichtbar gewesen. Dass ein Doppelbauer bei einem Anfänger häufig die Folge eines Fehlers und es bei einem starken Spieler darauf ankommt, ob es ein Fehler oder eine bewusste Entscheidung ist, ist eine verzichtbare Feststellung. Gleiches gilt beispielsweise für die Aussage, dass Doppelbauern generell eher nachteilig als von Vorteil sind.

Aufgefallen sind mir ein paar handwerkliche Macken im Text, für die aber vermutlich der Verlag verantwortlich ist. So fehlt auch schon mal ein Zug in einer Variante (beispielsweise zum Rossolimo-Angriff auf Seite 153) oder ein anderes Mal ein Schlagzeichen (beispielsweise zur Russischen Verteidigung auf Seite 185). Den Gebrauchswert des Werkes mindern diese kleinen Fehler nicht.

Die Buchsprache ist Englisch. Mit einem guten Schulenglisch kommt der fremdsprachige Leser gut zurecht. Kleine US-amerikanische Besonderheiten im Schriftenglisch sind bedeutungslos.

Fazit: In der Hand des Lesers, der eine bereits gute Spielstärke erreicht hat, ist "Doubled Pawns" ein empfehlenswertes Buch. Hinsichtlich des unerfahrenen Spielers habe ich Zweifel, ob er seiner Hoffnung entsprechend von dem Werk profitieren kann.
In der Konzentration auf den Doppelbauern als solchem im Schach sehe ich ein Alleinstellungsmerkmal dieser Arbeit.
Uwe Bekemann, Deutscher Fernschachbund



Im US-amerikanischen Verlag Russell Enterprises ist in sachlichem Englisch mit Sergey Kasparov „Doubled Pawns, A practical Guide” eines der seltenen Werke erschienen, das sich nur mit den Facetten weißer und schwarzer Doppelbauern aller Art befasst. In konstruktiver Weise handelt der weißrussische Großmeister sein Thema anhand von 148 vollständigen Partien ab, wovon rund 70 Prozent aus seiner eigenen Turnierpraxis stammen.

Für die Beantwortung der Frage, ob ein Doppelbauer gut oder schlecht ist, bietet der Autor eine profunde Bewertungshilfe an. Den Stoff handelt der Autor in zehn Kapiteln ab. Zu Beginn nimmt er sich dem in der Praxis am häufigsten anzutreffenden Doppelbauern g7xf6 (Kapitel 1 mit 12 Partien auf 21 Seiten) und den Strukturen nach axb/hxg (Kapitel 2 mit 12 Partien auf 18 Seiten) an. Kapitel 3 befasst sich mit 13 Partien auf 22 Seiten mit Doppelbauern in der Brettmitte. Kapitel 4 haben mit 10 Partien auf 13 Seiten isolierte Doppelbauern zum Gegenstand.

Breiteren Raum nehmen mit 17 Partien auf 40 Seiten in Kapitel 5 die Doppelbauern der Spanischen Partie ein. Dem Schlagen Richtung Brettrand gehen in Kapitel 6 auf 11 Seiten 8 Partien nach. Von Doppelbauern auf der c-Linie handeln in Kapitel 7 10 Partien auf 18 Seiten.

Breiteren Raum widmet der Autor dem Doppelbauer in der Rossolimo-Variante des Sizilianers in Kapitel 8 (18 Partien auf 32 Seiten), während Kapitel 9 mit 9 Partien auf 15 Seiten den Doppelbauer auf c3 in der Russischen Verteidigung behandelt. In das abschließende Kapitel 10 hat der Autor mit 38 Partien auf 52 Seiten noch nicht besprochene Eröffnungslinien hineingepackt.

Was sonst noch gefällt:
·Reichliche Ausstattung mit Diagrammen,
·Schlussfolgerung nach jedem Kapitel,
·Übersichtlichkeit durch Kapitelüberschriften auf jeder Seite.

Fazit: Ein empfehlenswertes Werk, das jedem Spieler den Umgang mit Doppelbauern erleichtern wird.

Heinz Däubler,
Oberpfalz Medien Juni 2018



Mit den Eröffnungsbüchern vom weißrussischen Großmeister Sergey Kasparow kann ich nicht viel anfangen. Sie erscheinen mir zu oberflächlich und wurden geschrieben, obwohl der Autor, wie er meist auch zugibt, genau wusste, dass es zu dem jeweiligen Thema besseres Material zu kaufen gibt. Ein klarer Lichtblick war aber schon "The Exchange Sacrifice- a Practical Guide", das 2016 bei Russell Enterprises erschien und das Thema der Qualitätsopfer sehr umfangreich behandelte. Nun ist er mit "Doubled Pawns- a Practical Guide" für denselben Verlag zurück und weiß erneut zu überzeugen.
Einen klaren Unterschied gibt es jedoch, denn der Autor speist das Buch fast vollständig mit eigenen Partien und zeigt damit, dass er genau der richtige Autor für dieses Werk ist. Doppelbauern sind ein sehr interessantes Thema, das aber bisher höchstens mal in einzelnen Kapiteln von strategischen Lehrbüchern vorkam. Von einem Buch, das sich ausschließlich mit diesem Thema befasst, ist mir nichts bekannt.
Es erinnert mich dabei an eine Zeit, in der ich für mich das Ziel formulierte, endlich professioneller an meinem Schach zu arbeiten. Damals hatte ich es bereits zum FM-Titel gebracht, aber dennoch nicht das Gefühl, dass ich wirklich alles aus meinen Möglichkeiten herausholte.Ich hatte nie einen richtigen Trainer gehabt und mein Spielstil bestand vorrangig aus Taktikpfuscherschach, das mal gut ging, aber auch häufig zu deftigen Niederlagen führte. Auf dem Weg zum IM habe ich darum eine Wandlung zum strategischeren Spieler vollzogen. Zu diesem Zweck dachte ich damals schon an ein Eröffnungsrepertoire, mit dem ich bereits in der Eröffnung klare Ungleichgewichte wie die bessere Bauernstruktur oder Springer gegen Läufer, Läufer gegen Springer und so weiter anstreben konnte.
Das Kasparowbuch hätte mir dabei sicher sehr geholfen, denn der Mann betrachtet die Doppelbauern in den meisten Kapiteln in Abhängigkeit zu bestimmten Eröffnungen. So sind die beiden größten Kapitel dann auch der Spanischen Abtauschvariante nach 1.e4 e5 2.Sf3 Sc6 3.Lb5 a6 4.Lxc6 und der Rossolimovariante in der Sizilianischen Verteidigung nach 1.e4 c5 2.Sf3 Sc6 3.Lb5 und dann nach so ziemlich allem 4. Lxc6 gewidmet. Diese Eröffnungen hatte auch ich mir damals angeeignet. Weiß gibt das Läuferpaar ab, aber verschlechtert die gegnerische Bauernstruktur und hat den praktischen Vorteil, dass zuviel Abtausch von Figuren eigentlich immer zu seinem Vorteil ist. Zudem kann hat Weiß durch die weniger geschwächte Bauernstruktur auch meist mehr Möglichkeiten, die Initiative an sich zu reißen.
Der Autor zeigt dabei sehr gut, dass die Doppelbauern eine Schwäche darstellen, wenn man man zu passiv agiert. Es gibt in dem Buch aber auch die andere Seite der Medaille. Gerade mit Schwarz strebt der Autor in seinen Paradeeröffnungen wie der Skandinavischen Verteidigung nach 1.e4 d5 2.exd5 Dxd5 oder Ablehnungen im Wolga-Gambit nach zum Beispiel 1.d4 Sf6 2.c4 c5 3.Sf3, wenn es in Igelähnliche Strukturen übergeht, interessanterweise häufig Doppelbauern wie den verdoppelten f-Bauern auf f7 und f6 an, um dann die halboffene g-Linie mit dem Turm zu besetzen und so Druck auf den gegnerischen Königsflügel auszuüben. Auch die typische Skandinavisch/Caro-Kannidee, den eigenen Läufer auf g6 von einem Springer schlagen zu lassen und dann nach hxg6 mit der kompakten Bauernstruktur und dem gestärkten Turm auf h8 zu Gegenspiel zu kommen, ist natürlich vertreten. Der Autor gibt dabei einen guten Einblick in seine Art, Schach zu spielen, zeigt klare Ideen zu einem strategischen Eröffnungsrepertoire, das auf Doppelbauern basiert, und natürlich auch, wie man einen schwachen Doppelbauern ausnutzt. Das war für mich früher immer etwas paradox, da man den Doppelbauern auch häufig auflösen muss, damit dann zum Beispiel bei dem f7/f6-Komplex nach g4, h4, g5 fxg5 hxg5 plötzlich der isolierte schwarze Bauer auf h7 auf der halboffenen Linie angreifbar wird.
All das wird in insgesamt 148 vollständigen Partien zum Thema Doppelbauer abgehandelt. Das einzig etwas Traurige aus meiner Sicht ist nur, dass viele Doppelbauernklassiker wie zum Beispiel die Partie Cohn-Rubinstein von 1909 aus Sankt Petersburg nicht gezeigt werden, aber dafür gibt es frisches Material, das man größtenteils noch nicht kennt.
Insgesamt ist dies ein tolles Buch zu einem wichtigen Thema der Schachstrategie!
IM Dirk Schuh,
März 2018
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