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Art.-No.: LXTRADLF
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Der letzte Fehler

158 pages, hardback, Kania, 1999.

€12.80
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"Schachbücher, die sich nicht ausschließlich bierernst ihrem Thema widmen, sind leider Mangelware"

Solches wurde zu Trautmanns letztem, sehr erfolgreichen Werk "Eine Reise über das Schachbrett" gesagt, gilt aber erst recht für das vorliegende Büchlein. Zum Thema: Der Autor sammelte 128 Beispiele zu einem kuriosen, doch längst nicht so seltenen Phänomen - der auf einer Fehldiagnose der Stellung beruhenden Aufgabe einer Schachpartie.

In elf Kapiteln werden die schachlichen wie psychologischen Hintergründe einer solchen Handlungsweise durchleuchtet. Höhepunkte sind klassisch gewordene Partien wie von Popiel - Marco oder DEEP BLUE - Kasparow. Doch auch zahlreiche Funde aus niederen Etagen verblüffen den Leser.

Auf gewohnt unterhaltsame Weise begleitet Trautmann - dem es immer wieder trefflich gelingt, die Befindlichkeiten des gemeinen Schachfreunds einzufangen - den Leser durch diese Komödie der Irrungen und Wirrungen. Schachkarikaturist Frank Stiefel setzt das Geschehen mit über 25 Illustrationen optisch gekonnt in Szene.

Und so ganz nebenbei werden em Leser allerlei Endspielkniffe wie Mittelspielmotive vermittelt, und zum Thema "Bluff" erfährt man auch so manches!

Der zweite "Trautmann" mit 128 Kurzschlußhandlungen von Groß- wie Kleinmeistern kam beim Publikum besonders gut an. Humor ist Trumpf - wofür auch die 27 Cartoons von Frank Stiefel sorgen. Trefflich fängt Trautmann in sei­nen Erzählungen die Befindlichkeiten des Schachfreun­des ein - seines Hoffens wie Bangens -, und verarbeitet dies augenzwinkernd zu einer brillianten Schachlektüre. Ein lehrreiches wie amüsantes Buch - von den Wirkun­gen der "Schrecksekunde" im Mittelspiel über Endspiel-Nichtwissen bis hin zu "vergessenen" Pattrettungen. Al­len voran natürlich mit DeepBlue - Kasparow, als Kasparow in der zweiten Partie eine Remisstellung aufgab.

Verlagsprogramm 2002

Details
Language German
Author Trautmann, Klaus
Publisher Kania
Medium Book
Weight 320 g
Width 11 cm
Height 15 cm
Pages 158
ISBN-10 3931192148
Year of Publication 1999
Binding hardback
Contents

Ich bin mir ziemlich sicher, daß der Begriff der Großzügigkeit nur vom Schach hergeleitet wurde. Käme er beispielsweise von der Deutschen Bahn, würde man doch 'großgleisig' statt 'großzügig' sagen.

Das Wort erklärt auch sehr treffend das eigentliche Problem. So wie das Attribut 'großartig' die Erziehung der Teenager charakterisiert, so spricht man im Schach demjenigen Großzügigkeit zu, der eine große Geste, eben einen großen Zug macht. Diesem feinen Zug zum Abschluß der PArtie wollen wir uns zuwenden.

Großzügige Menschen sind sehr beliebt, auch in unserem Sport natürlich. Uneigennützig mehren sie den Erfolg des anderen, verkürzen die Plagezeit und verteilen - ab und zu wenigstens - Geschenke. Sie sind nicht an Leistungsklassen und Standorte gebunden, denn auch in Schottland erlebt man selbstverständlich derlei Großzügigkeiten.

Die letzte, große Geste in der Schachpartie muß immer als der Ausdruck einer ganz besonderen Freundschaft gewertet werden, und kritisieren kann man sie nur, wenn sie im Ausnahmefall aus Versehen, also unbeabsichtigt erfolgt.

Dann freilich kann man nicht streng genug sein, vor allem, wenn es uns nicht selbst betrifft. Solche Großzügigkeiten sind dann meistens der Ausdruck von Liederlichkeit, von Oberflächlichkeit bei der Bewertung der Stellung und Ungenauigkeit bei der erforderlichen Urteilsfindung. Sorglosigkeit, auch Überheblichkeit nach dem Motto 'Alte Männer machen's schon!' leiten den Kopf und führen die Hand.

Viele abschreckende und erzieherisch wirksame Exempel schließen sich nun diesen Worten an. Sie geben Anlaß zum Schmunzeln und Kopfschütteln, je nach Temperament auch zum mitleidigen Lächeln und Grübeln, obwohl sie in der realen Situation der Turnierpartie der einen Seite das blanke Entsetzen in die Augen trieben.

Illustrieren läßt sich das Anliegen dieses Kapitels bestens mit dem folgenden Dresdener Beispiel.

49 Zinn - Syré, Dresden 1977

Weiß: Kd2 / Dh8 / Le8 / Ba2, b4, c2, d5, f2, g2, h4

Schwarz: Ke7 / Dh1 / Ta8 / Lc8 / Ba7, b6, d6, f6, g6

Zwei bekannte Meister des DDR-Schachs saßen sich gegenüber. Beide hatten wohl auch ein paar unangenehme Charaktereigenschaften, was die abwegige Stellung ihrer Damen hinreichend belegt, und sie erreichten schließlich die im Diagramm 49 abgebildete Position.

Weiß holte nun zum entscheidenden Schlag aus. Mit 1.Lc6? drohte er auf e8 einzügig mattzusetzen, und gleichzeitig griff er den schwarzen Turm an.

Das alles hatte natürlich auch Schwarz erkannt, und deshalb gab er sich geschlagen.

Nachzutragen sind zwei Dinge. Erstens hatte Weiß schon mindestens zweimal mit seinen vorherigen, an Fragezeichen reichen Zügen dem Gegner diese Möglichkeit eingeräumt, und zweitens lag diese fulminante Chance ja ganz unübersehbar auf dem Tisch.

1...Dd1+! 2.K:d1 (oder noch schlimmer 2.Ke3 De1+, und Schwarz stellt sich den König zurecht; 2.Kc3 D:c2+) 2...Lg4+ 3.f3 T:h8 war möglich.

Nach diesem unglaublichen Finale wurde trotzdem ein Punkt vergeben. So sind nun mal die Regeln!

51 Bills - Terry, USA 1958

Weiß: Kg1 / Dd3 / Td1 / Lg2 / Bc6, c4, f2, g3, h2

Schwarz: Kg8 / Dd6 / Td8 / Sd4 / Bb4, f7, g6, h7

"Die Kombination ist die Mutter der Siege!" - sagte sich Weiß in der Stellung des Diagramms 51. Als er nun die Läufersperre auf d5 entdeckt hatte, gab es für ihn kein Zaudern mehr: 1.D:d4? D:d4 2.T:d4.

Bereits hier sah auch sein sympathischer Gegner, daß nach 2...T:d4 3.Ld5 der Läufer dem Turm den Rückweg abschneidet, und kapitulierte bereitwillig.

Diese kleine Großzügigkeit kostete dem Terry einen ganzen Punkt in der Tabelle, denn der Turm konnte über einen gut ausgeleuchteten Umweg 3...Td1+ 4.Kg2 Te1 5.c7 Te8 seine Grundreihe bequem erreichen. Nach 6.Lb7 b3 ist es dann der Nachziehende, der sich eine neue Dame holt.

Leseprobe aus Kapitel 5, "Großzügigkeiten"

Bücher mit Aufgabensammlungen gibt es zwar bereits wie Sand am Meer, und selbst über grobe Patzer von berühmten Spielern kann man sich in einigen Büchern erfreuen, ein echtes Highlight für einen notorischen Patzer wie mich ist es jedoch, wenn ein solches "großes Tier" eine Partie fälschlicherweise aufgibt.

Eine Sammlung von 128 solcher Kuriositäten hat nun Klaus Trautmann zusammengestellt und mit vielen Geschichten und Anekdoten garniert, so daß neben Schadenfreude und vielen sehr interessanten Stellungen auch glänzende Unterhaltung garantiert ist.

Für weitere Auflockerung sorgen zahlreiche Karikaturen. In 12 Kapiteln erwartet den Leser also eine sehr gelungene und kurzweilige Mischung, ideal zum Schmökern oder als Gutenachtlektüre.

Schach Markt 5, August 1999

Der letzte Fehler

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12.8