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Art.-No.: LOKASACCOFB
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A cunning Chess Opening for Black

334 pages, paperback, New in Chess, 1. edition 2015.

€24.95
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Taking your opponent out of his comfort zone is a good idea to start your game with.

Grandmaster Sergey Kasparov pushes this concept one step further: lure your opponent onto the slippery paths of the Philidor Swamp!

After 1 ... d6 2.d4 Nf6 3.Nc3 e5, White is confronted with a stark choice: either to continue on the road of a calm Philidor Defence, or to immediately gain almost two tempi by forcing Black into an endgame that looks better for White, if not close to winning.

This second option, however, is a treacherous road strewn with pitfalls, as Kasparov demonstrates in his fresh, humorous and persuasive style.

White will walk into the Philidor Swamp in which he runs a big risk of getting stuck.

Sergey Kasparov does not bother the amateur reader with variations of 15 or 20 moves deep, but concentrates on the plans and counterplans for both Black and White.

Kasparov provides dozens of entertaining and instructive exercises to test your understanding.

Details
Language English
Author Kasparov, Sergey
Publisher New in Chess
Edition 1.
Medium Book
Weight 620 g
Width 17 cm
Height 23.4 cm
Pages 334
ISBN-13 978-9056915933
Year of Publication 2015
Binding paperback
Contents

006 Explanation of Symbols

007 Introduction

011 Part I: The Treacherous Ending: 4.dxe5 dxe5 5.Qxd8+ Kxd8

012 Chapter 1: The Principled 6.Bg5

036 Chapter 2: Pressure on f7: 6.Bc4

037 Section 1: 6...Be6

050 Section 2: 6...Ke8

075: Part II Flexible Development: 4.Nge2

095 Part III: The Rare 4.f3

105 Part IV: Transposing to the Philidor: 4.Nf3

106 Chapter 1: The Surrender of the Centre (...exd4) on Different Moves

107 Section 1: 4...e5xd4

117 Section 2: 5...e5xd4

124 Section 3: The Manoeuvre ...Nd7-b6

140 Section 4: 8...e5xd4

161 Chapter 2: Rare lines on White’s 5th move

191 Chapter 3: Attack on the f7-Pawn

192 Section 1: The Sacrifice 6.Bxf7+

201 Section 2: Black Plays ...a7-a5

235 Section 3: The Flexible Structure (a6, b6, c6)

286 Section 4: Black Doesn’t Play ...c7-c6

303 Exercises

310 Solutions on Exercises

323 Conclusion

325 Index of Variations

331 Index of Players

Rezension zu den Titel Kasparov - A Cunning Chess Opening for Black und Barsky - The modern Philidor Defense:

Eigentlich wollte ich ja nur das aktuelle Buch von Sergey Kasparov besprechen. Aber wie das mit dem "eigentlich“ öfter so ist, kommt es dann doch etwas anders. In diesem Fall habe ich mich nämlich entschieden, zu dieser Besprechung das inzwischen schon fünf Jahre alte Werk von Vladimir Barsky hinzuzunehmen, da es zum ersten nicht viele Bücher zu diesem Thema gibt und sich die beiden vom Ansatz her deutlich unterscheiden und mithin entweder unterschiedliche Interessenten ansprechen oder sich, wenn man es anders betrachtet, auch gut ergänzen. Jetzt wäre halt nur noch die Frage, worum es eigentlich geht ... Also, es ist ... die Philidor-Verteidigung!

Aha. Die Frage nach dem Thema des Buchs ist damit beantwortet ... oder auch nicht!? Jetzt kommen wir nämlich wieder zum "eigentlich“. Eigentlich beginnt die Philidor-Verteidigung mit 1.e4 e5 2.Sf3 d6. Das sollte dann auch das Thema der Bücher sein, oder? Äh, nein, ist es nicht! Der entscheidende Punkt ist nämlich, welchen Teil der Philidor-Verteidigung die Autoren meinen. Wer mit den Besonderheiten der Zugfolge in Philidor vertraut ist, kann den nächsten Absatz getrost überspringen. Für alle anderen aber ein paar Worte der Erklärung.

In der Philidor-Verteidigung gibt es, grob gesagt, zwei spielbare Variantenkomplexe, die einen wenigstens einigermaßen guten Ruf genießen: die Antoschin-Variante und die Hanham-Variante. Die Antoschin-Variante entsteht nach 1.e4 e5 2.Sf3 d6 3.d4 exd4 4.Sxd4 Sf6 5.Sc3 Le7, während der viel ältere Hanham-Aufbau, gewissermaßen das klassische Philidor, eigentlich nach 1.e4 e5 2.Sf3 d6 3.d4 Sf6 4.Sc3 Sbd7 5.Lc4 Le7 6.0-0 0-0 entsteht. Eigentlich ... Das Problem ist nämlich, dass Weiß in dieser Zugfolge stärker 4.dxe5! (statt 4.Sc3) spielen und sich damit einen stabilen Vorteil sichern kann. Daher haben sich die Anhänger des Hanham-Aufbaus nach anderen Möglichkeiten umgesehen, wie sie "ihre Eröffnung“ erreichen können. Das Ergebnis dieser Bemühungen ist die Zugfolge 1.e4 d6 2.e4 Sf6 3.Sc3 und jetzt entweder 3 ... Sbd7, gefolgt von e7-e5, oder gleich 3 ... e5, und hier folgt dann Sb8-d7. Aber auch hier müssen sich die "Philidorianer“ zwischen zwei unterschiedlich großen und verschieden schmeckenden Kröten entscheiden, die sie zu schlucken bereit sind. Nach 3 ... Sbd7 müssen sie nämlich mit 4.f4 oder sogar 4.g4!? rechnen, während sie nach 3 ... e5 zu dem damenlosen Mittelspiel (ich weigere mich, eine Position, in der nur je ein Bauer und die Damen abgetauscht sind, als Endspiel zu bezeichnen, was aber meistens so gehandhabt wird) nach 4.dxe5 dxe5 5.Dxd8+ bereit sein müssen. Sollte dieser Kelch aber an ihnen vorbeigegangen sein, erreichen sie nach weiter 4.Sf3 Sbd7 (oder 4 ... e5 im Fall von 3 ... Sbd7) ihre gewünschte Eröffnung.

Nach diesen doch eher umfangreichen Erklärungen sei nun gesagt, dass beide Bücher den Hanham-Aufbau in der Zugfolge 1.e4 d6 2.d4 Sf6 3.Sc3 e5 zum Gegenstand haben. Ich möchte an dieser Stelle nicht unerwähnt lassen, dass mich beide Bücher sehr freuen, da man sich über Modevarianten ja keine Sorgen zu machen braucht – die werden meist in der Weltspitze gespielt, und wir vom Fußvolk machen es dann nach. Aber es gibt auch viele Varianten, die durchaus mehr Aufmerksamkeit verdient hätten, aber eben nicht en vogue sind. Besonders bedauerlich finde ich das dann, wenn es klassische Eröffnungen betrifft, die ihre volle Daseinsberechtigung haben. Und Hanham ist kein "komischer Versuch, mit Gewalt etwas anderes zu spielen“, sondern genau so eine klassische Eröffnung.

Gut, gefährden wir nicht den Blutdruck des Rezensenten, sondern kommen wir jetzt zurück zu den Fakten. Aus dem bisher Gesagten wird klar, dass gerade das Abspiel 1.e4 d6 2.d4 Sf6 3.Sc3 e5 4.dxe5 dxe5 5.Dxd8+ Kxd8 in beiden Büchern eine zentrale Rolle spielt, da hier die vermeintliche Achillesferse der Zugfolge liegt. Außerdem ist die resultierende Position auch der Anlass für Sergey Kasparovs Untertitel "Lure Your Opponent into the Philidor Swamp“ (also: "Locken Sie Ihren Gegner in den Philidor-Sumpf“).

Die Stellung nach 5.Dxd8+ Kxd8 wird allgemein mit einem leichten, aber dauerhaften Vorteil für Weiß eingeschätzt, und beide Autoren schließen sich dieser Bewertung bis zu einem gewissen Punkt an. Barsky schreibt an einer Stelle, Schwarz können schnell die Initiative ergreifen, falls der Weiße seine Chancen überschätzt. Im Allgemeinen vertritt er aber die Auffassung, dass Schwarz eine leichte weiße Initiative aus eigener Kraft neutralisieren könne. Kasparov beschreibt dagegen ausführlich seine Sumpf-Analogie, in der er in blumigen Worten ausführt, dass die Variante einer Sumpflandschaft vergleichbar sei, in der man als Weißer leicht die Orientierung verliere und untergehen könne. Dass er dabei auch noch den Zweiten Weltkrieg und die Wehrmacht ins Spiel bringt, überstrapaziert den Vergleich nach meinem Geschmack, aber das mag jeder anders sehen. Klar wird aber, dass Kasparov – mehr als Barsky – die Auffassung vertritt, dass Weiß objektiv Vorteil erhalte, aber eben leicht die Orientierung verliere.

Ein weiterer Unterschied zwischen den beiden Werken ist die Systematik. Beide Autoren stellen die Eröffnung aus schwarzer Sicht dar, aber während Barsky eine klare strategische Linie und konkrete Varianten vorgibt, bewegt sich Kasparov selber fast ein wenig wie in einem Sumpf, denn er bezieht keine klare Stellung, welche Varianten aus welchen Gründen zu bevorzugen sind, sondern er übernimmt eher die Rolle des Chronisten, der anhand von Beispielpartien zeigt, unter welchen möglichen Aufstellungen der Schwarze wählen kann. Eines von zahlreichen Beispielen hierfür ist das Abspiel (5.Dxd8+ Kxd8) 6.Lc4, eine der wichtigsten weißen Aufstellungen in der Damentausch-Variante. Hier sagt Barsky klar, dass und warum er 6 ... Ke8 bevorzugt, während Kasparov neben dem Königszug auch eine ganze Reihe von Partien (8, um genau zu sein) zu 6 ... Le6 angibt (in einer dieser Partien streut er auch kurz 6 ... Lb4 ein). Nun ist natürlich nichts dagegen einzuwenden, wenn sich ein Autor nicht in erster Linie auf ein bestimmtes Repertoire konzentriert, was ja in den letzten zehn Jahren eher die Norm denn die Ausnahme geworden ist, sondern eine möglichst vollständige Besprechung einer Eröffnung anbietet. Etwa problematisch wird es aber dann, wenn er – wie hier im Falle der Stellung nach 6.Lc4 Le6 7.Lxe6 fxe6 – einem Abspiel beträchtlichen Raum einräumt, der Leser aber zwischen den Zeilen herausfiltern muss, wie die Stellung einzuschätzen ist und der Autor dazu steht. Sergey Kasparov benutzt nämlich in diesem Abschnitt Argumente wie "der Doppelbauer sei nicht ganz so schwach wie er aussehe“, "Schwarz gehe mit dem Abspiel kein besonderes Risiko ein und "wenn sich Weiß zu weit vorwage, könne er in Probleme geraten“. Alles in allem klingt das für mich nicht so erstrebenswert. Barsky vertritt die schwarze Sache hier für meinen Geschmack deutlich positiver und dabei ebenso objektiv.

Nicht, dass es eine allzu große Rolle spielt, aber auch ich gebe hier 6 ... Ke8 eindeutig den Vorzug vor 6 ... Le6, da letzterer Zug der schwarzen Position (zu) viel Dynamik nimmt. Normalerweise bringe ich in Buchbesprechungen keine eigenen Partien ein, aber in diesem Fall mache ich eine Ausnahme und gebe die folgende kleine Partie an, weil sie, wie ich finde, gut zeigt, welche dynamischen Möglichkeiten die schwarze Stellung bietet, auch wenn der Weiße nicht überzogen spielt: 1.e4 d6 2.d4 Sf6 3.Sc3 e5 4.dxe5 dxe5 5.Dxd8+ Kxd8 6.Sf3 Ld6 7.Le3 Ke7 8.0-0-0 Le6 9.Sd5+ Lxd5 10.exd5 Sbd7 11.h3 Thd8 12.c4 Kf8 13.g4 a5 14.g5 Se4 15.Ld3 Sec5 16.Lc2 a4 17.Thg1 b5 18.Sd2 Sb6 19.Tg4 Tab8 20.Th4 g6 21.cxb5 Sxd5 22.Sc4 Sxe3 23.fxe3 Txb5 24.Txh7 Kg8 25.Th4 Tdb8 26.Tg4 e4 27.Lxe4, Remis (Vilnis Strautin\'9a – Klaus Kögler, Andrej \'8au\'9atar\'9ai\'e6 Memorial, Fernpartie 2010). Nein, die weiße Stellung ist nicht zusammengefallen wie ein Kartenhaus, aber ja, es hat sich eine dynamische Stellung ergeben, in der beide Spieler ihre Chancen hatten – trotz frühen Damentauschs. Bei einer Partie am Brett hätte wahrscheinlich sogar der eine oder der andere gewonnen, aber wer? Was kann man als Schwarzer mehr von einer Eröffnung verlangen?

Dieser Unterschied in der Herangehensweise zwischen den beiden Autoren zieht sich durch beide Bücher. Barsky gibt nicht "nur“ ein Repertoire vor, sondern er erläutert auch genau, wie der Schwarze strategisch an die Eröffnung herangehen soll. Kasparov dagegen stellt die beiderseitigen Möglichkeiten anhand von Beispielpartien vor, ohne allzu klar Stellung zu beziehen, welche Abspiel aus seiner Sicht besser sind und warum. Ein weiteres Beispiel hierfür findet sich in der Hauptvariante nach 1.e4 d6 2.d4 Sf6 3.Sc3 e5 4.Sf3 Sbd7 5.Lc4 Le7 6.0-0 0-0 7.Te1. Barsky gibt hier 7 ... c6 und schreibt, Schwarz könne kaum ohne diesen Zug auskommen, er schränke den Sc3 und den Lc4 ein und öffne der Dame den Weg zum Damenflügel. Kasparov beschäftigt sich aber auch auf 17 Seiten mit 7 ... a6 und gibt dazu hauptsächlich an, Schwarz wolle ohne c7-c6 auskommen. Wer genau hinsieht, findet aber Zugfolgen, die (nach den Partiekommentaren des Autors) Weiß etwas Vorteil zu versprechen scheinen. Nach (7.Te1 c6) 8.a4 sagt Barsky klar, Schwarz müsse 8 ... a5 spielen, um weißes a4-a5 zu verhindern und den schwarzen Figuren das Feld b6 zu sichern. Kasparov behandelt dagegen ausführlich (auf 51 Seiten) auch 8 ... b6, was im Übrigen eher dem Geist des klassischen Hanham-Aufbaus entspricht.

Vordergründig habe ich durch meine bisherige Besprechung der Bücher wahrscheinlich den Eindruck erweckt, das Buch von Barsky zu bevorzugen, aber es ist mir wichtig, diesen Eindruck zu relativieren. Ja, Barsky ist klarer und systematischer in seiner Darstellung. Wer keine oder wenig Eigenarbeit in das Buch und die Eröffnung stecken will, ist wahrscheinlich mit Barsky besser bedient. Auf der anderen Seite darf aber nicht außer Acht gelassen werden, wie viel wertvolles Partien- und Gedankenmaterial in Kasparovs Buch steckt. Zugegeben, an Systematik mangelt es (gerade im Vergleich zu Barsky), und ich finde die Sumpf-Analogie des Autors auch ein bisschen negativ und weit hergeholt, aber auf der anderen Seite liefert er mit viel Begeisterung eine Fülle an Partien, Kommentaren, Einschätzungen und Ideen. Wer sich für die Eröffnung erwärmen kann, findet hier reichhaltiges Material, um sich mit ihr auseinanderzusetzen, aber eine Menge an Eigenarbeit muss man schon reinstecken – aber im Grunde ist das ja ohnehin die "richtige“ Art, um sich eine Eröffnung ... eben zu erarbeiten!

Der Leser kann wählen, welche Herangehensweise ihm besser liegt und/oder mehr Nutzen verspricht – aber er kann auch das Barsky-Buch als Basis verwenden und versuchen, mithilfe von Kasparov neue Wege zu erschließen.

Klaus Kögler


"A Cunning Chess Opening for Black", sinngemäß in etwa zu übersetzen mit "Eine trickreiche, pfiffige Schacheröffnung für Schwarz", von Sergey Kasparov, aktuelle Neuerscheinung bei New In Chess (NIC), ist für mich das typische Beispiel eines Buches über eine zumindest in Teilen etwas schrille Eröffnung, die von der Spielerschaft sehr ambivalent eingeschätzt werden dürfte, je nach eigener Veranlagung und eigenem Kontext. Sie wird über die Zugfolge 1. e4 d6 2.d4 Sf6 3. Sc3 und nun 3 ... e5 eingeleitet. Den treffendsten Satz zur entstandenen Situation habe ich gleich beim ersten Griff zum Buch im Rückentext gelesen. In sinngemäßer Übersetzung: "Weiß ist zu einer richtungweisenden Entscheidung gezwungen: Soll er im Stil der ruhigen Philidor-Verteidigung weitermachen oder zwei Tempi dabei gewinnen, den Nachziehenden in ein Endspiel zu zwingen, das besser für Weiß aussieht, wenn nicht sogar nahe am Gewinn liegt." Hierzu passt dann auch der Untertitel des Werkes, der sich quasi an Schwarz richtet. "Lure Your Opponent into the Philidor Swamp" (in etwa "Locken Sie Ihren Gegner in den Philidor-Sumpf").

Was erreicht Schwarz mit 3 ... e5?

1. Er nimmt auf erhebliche Weise Einfluss auf die Entwicklung der Eröffnung, was in einer Linie schon an ein Diktat des Geschehens heranreichen kann.

2. Er wird seinen Gegner überraschen, denn er bietet ihm die Fortsetzung 4.dxe5 dxe5 5.Dxd8 Kxd8 an, die "konventionell betrachtet" schlecht aussieht für Schwarz.

3. Er kann darauf hoffen, die weitere Eröffnungsphase mit einem Wissensvorsprung spielen zu können. Die Wahrscheinlichkeit dürfte hoch sein, dass der Weißspieler seine frühere Beschäftigung mit der Eröffnung in einer frühen Partiephase abgeschlossen hat, verbunden mit dem Urteil "Weiß hat (einen großen) Vorteil".

4. Seine Chancen auf ein Remis steigen gegenüber Spielweisen, in denen sein Gegner die Dame als Angriffsfigur auf dem Brett behält bzw. einen aggressiveren Spielaufbau wählen kann.

5. Sehr offensiv ausgerichtete Weißspieler und solche mit Vorlieben für komplizierte Stellungen können die Gefilde des Buchrepertoires als langweilig empfinden und somit vielleicht unter ihrer Normalform spielen.

Aber es ist auch darauf zu schauen, welche Zu- oder Eingeständnisse Schwarz mit seiner Wahl macht.

1. Er spielt von Vornherein im besten Fall auf Ausgleich, Phantasie auf einen Eröffnungsvorteil kann er kaum entwickeln.

2. Seine Aussichten auf Gegenspiel sind eher grau eingefärbt. Er wird sich auf eine lange Defensive einstellen müssen.

3. Er muss sich genau verteidigen, weil Nachlässigkeiten in seiner sehr defensiven Lage schnell in echte Nachteile übergehen können.

Ein kleines Zwischenfazit auf diese Gegenüberstellung: "A Cunning Chess Opening for Black" befasst sich mit einem Eröffnungsbereich, dessen Konsequenzen dem Nachziehenden sehr klar sein sollten. Er muss also wissen, ob er selbst über die Mauer kommen wird, wenn er durch seine Wahl 3 ... e5 seinen Rucksack hinüber wirft.

Eine Auswertung meiner Partiendatenbank, konzentriert auf das Präsenzschach und jüngere Veranstaltungsjahre, zeigt durchaus respektable Erfolgsaussichten für Schwarz an, die sich vor den meisten anderen Systemen ein Stückchen jenseits des Mainstreams nicht verstecken müssen. Die Remisquote ist recht hoch, wie dies auch zu vermuten war.

Die Zahl der Partien, die im Spitzenschach gespielt worden sind, hat mich überrascht. Die Themaeröffnung ist durchaus ein wiederkehrender Gast auf der Turnierbühne.

Zurück zum Buch selbst - das Inhaltsverzeichnis hat das folgende Aussehen (Auszug, konzentriert auf die Kerninhalte):

Introduction

Part I

The Treacherous Ending: 4.dxe5 dxe5 5.Qxd8+ Kxd8

Chapter 1

The Principled 6.Bg5

Chapter 2

Pressure on f7: 6.Bc4

Section 1: 6...Be6

Section 2: 6...Ke8

Part II Flexible Development: 4.Nge2

Part III

The Rare 4.f3

Part IV

Transposing to the Philidor: 4.Nf3

Chapter 1

The Surrender of the Centre (...exd4) on Different Moves

Section 1: 4...e5xd4

Section 2: 5...e5xd4

Section 3: The Manoeuvre ...Nd7-b6

Section 4: 8...e5xd4

Chapter 2

Rare lines on White's 5th move

Chapter 3

Attack on the f7-Pawn

Section 1: The Sacrifice 6.Bxf7+

Section 2: Black Plays ...a7-a5

Section 3: The Flexible Structure (a6, b6, c6)

Section 4: Black Doesn't Play ...c7-c6

Exercises

Solutions on Exercises

Conclusion.

Kasparov hat einen Buchaufbau gewählt, der sich 156 Partien ganz überwiegend aus dem aktuellen Turniergeschehen als Rückgrat bedient. Seine Darstellung der zu beachtenden theoretischen Linien und seine Erläuterungen, wie die Systeme zu spielen sind, orientieren sich somit an der Praxis. Seine Anmerkungen erreichen den Leser in der Gestalt der Partiekommentierung, die also dem Schulungszweck entsprechend gestaltet worden ist.

Diese Art des Aufbaus setzt meines Erachtens ein qualifiziertes Variantenverzeichnis voraus, an das sich der Leser beim Ansteuern gesuchter Linien halten kann. Diese Anforderung ist in "A Cunning Chess Opening for Black" sehr gut erfüllt, das Verzeichnis ist sehr ausführlich gehalten, um Diagramme zu den Schlüsselstellungen ergänzt und am Ende des Werkes zu finden.

Kasparov hat im Anschluss an seine Darstellungen der Theorie einen Bereich mit Aufgaben eingearbeitet, anhand derer der Leser überprüfen kann, ob er die Eröffnung zu spielen erlernt hat, sie also in der eigenen Partie zu spielen versteht. Die Lösungen für diese Aufgaben folgen auf den nächsten Seiten.

Ich habe oben schon angemerkt, dass die behandelten Eröffnungslinien von den Spielern je nach Typus sehr ambivalent beurteilt werden dürften. So ist es schwer, eine Einschätzung vorzunehmen, welcher Adressatenkreis von "A Cunning Chess Opening for Black" angesprochen werden kann. Besonders aber möchte ich mich in dieser Beziehung auf das Nahschach konzentrieren.

Ob die Themaeröffnung im heutigen Fernschach Schwarz genügend einbringen kann, hängt nach meiner Einschätzung nicht zuletzt von der Art des Turniers ab. In Fernturnieren unter Engineverbot wie auch natürlich in Thematurnieren könnte ich mir den Einsatz vorstellen.

Die Buchsprache in Englisch. Überwiegend sind die Anforderungen an die Fremdsprachkenntnisse des Lesers niedrig.

Fazit: "A Cunning Chess Opening for Black" ist ein Spezialwerk, das einen sowohl breiten als auch tiefen theoretischen Unterbau für die nach der außergewöhnlichen Zugfolge 1. e4 d6 2.d4 Sf6 3. Sc3 e5 entstehende Ausgangssituation anbietet. Es orientiert sich an der Warte von Schwarz, ist aber auch ein Werk für den Nachziehenden.

Uwe Bekemann

www.BdF-Fernschachbund.de

April 2015


Der weißrussische Großmeister Sergey (nicht Garry) Kasparov (Elo ca. 2500) beschäftigt sich hier mit der Philidor Verteidigung aus schwarzer Sicht: 1. e4 d6 2. d4 Sf6 3. Sc3 e5.

Ich selbst hatte mit Weiß diese Eröffnung schon mehrmals auf dem Brett und war zunächst weitgehend ahnungslos, welchen Plan ich wählen sollte, geschweige denn, wie ich hier Druck entwickeln sollte. Erst nach längerer Arbeit an dieser Variante hatte ich einen brauchbaren Plan. Wenn Schwarz regelmäßig Philidor spielt, darf man also von erheblichem Erfahrungsvorsprung ausgehen.

Für wen ist Philidor passend? Für Freunde subtiler positioneller Spielweise mit einem Gespür für die Entwicklung von Initiative aus kleinsten Vorteilen heraus ist Philidor ein Traum, für Krieger ist diese Eröffnung völlig ungeeignet. Dabei kann sich die Stellung durchaus in alle Richtungen entwickeln, wenngleich Weiß mehr Möglichkeiten hat, den Schärfegrad zu bestimmen.

In über 300 Seiten, mehreren Kapiteln und 35 Aufgaben am Ende liefert Kasparov die typischen Stellungsmuster und Strukturen.

Dabei bespricht er die Partien bis zum Ende, was ich selbst nicht nützlich finde, denn die Endspiele sind fast nie mehr typisch für die Eröffnung. Das bläht das Buch nur unnötig auf und lenkt von der zu besprechenden Eröffnung ab. Auch erklärt Kasparov in diesem Buch für meinen (zugegeben hohen) Anspruch die Pläne nicht ausführlich genug. Als Lehrbuch ist dieses Buch auf dem Niveau von vor ca. 10-15 Jahren, was mir persönlich viel zu wenig ist. Dafür ist es ausführlich und erlaubt die Nutzung als gutes Nachschlagewerk. Im Vergleich zu klassischen Nachschlagewerken wie die Bücher aus der Grandmaster Repertoire Reihe kann die Gliederung für diesen Zweck allerdings noch übersichtlicher sein.

Fazit: Als Nachschlagewerk gut, weil umfassend, für andere Zwecke sollte man sich andere Optionen suchen.

Dennis Calder

Fide Instructor, März 2015

A cunning Chess Opening for Black

EUR

24.95