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Vom Menschen die Geschichte

59 pages, paperback, Promos, 1. edition 2008

From the series »Tübinger Beiträge«

€12.50
Incl. Tax, excl. Shipping Cost
Discontinued
„Du bist der erste Mensch, der Schonung übte
Und beutegier'ger Wildheit widerstand.
Drum sei der erste, dem das Tor sich öffnet.
Sieh' hier den Schlüssel, der das Tor bezwingt.
Er nennt sich Unvollendlich. Dieser Name
Birgt ein Geheimnis. Doch in guter Frist
Wird sich allmählich dir das Rätsel lösen.
Nun schau dich satt. Erschau des Raumes Ende!"
Der Schachweltmeister Emanuel Lasker als Dramatiker. „Vom Menschen die Geschichte" der Gebrüder Lasker erschien 1925. Wie in einer Schachpartie wird das Geschehen vom Kampf zweier Kontrabestimmt. Ariwast verkörpert die Machtgier, der Wanderer das Ethos, und es ist Ariwast, der Weiß hat und im Laufe der Geschichte die Initiative hält.
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EAN 9783885020332
Weight 150 g
Manufacturer Promos
Width 11 cm
Height 15.6 cm
Medium Book
Year of Publication 2008
Author Emanuel LaskerBertold Lasker
Series Tübinger Beiträge
Language German
Edition 1
ISBN-13 9783885020332
Pages 59
Binding paperback
Dr. Emanuel Lasker (1868-1941), bis dato einziger deutscher Schachvon 1894 bis 1921, Maund Philosoph, und sein älterer Bruder Dr. Bertold Lasker (1861-1928), damals ein bekannter Berliner Arzt und Schachmeister, eiJahre mit der Dichterin Else Lasker-Schüler verheiratet, haben im Jahre 1925 ein gemeinsames Theaterstück geschrieben, welches niemals zur Aufführung gelangen sollte: „Vom Menschen die GeSein Text erschien damals im Wertbuchhandel Berlin in einer Auflage von 500 Exemplaren und war lange schon vergriffen, bis sich jüngst Tim Hagemann zu einer Neuentschlossen hat im Rahder kleinen aber feinen Reihe „Tübinger Beiträge zum Schach", die sich seit 1994 schachhistorischen Spezialthemen widmet.
Das Stück kann auf eine siebenjähriEntstehungszeit zurückblicken und wurde im philosophischen Gevon Emanuel Lasker gestaltet, in der literarischen Form - die an die klassische griechische Tragödie er- von Bertold Lasker.
Es handelt vom Widerstreit zwiMacht und Moral (Ethos) im Laufe der Menschheitsgeschichte. In Vor- und Zwischenspielen agieren Sternenvater und Erdenmutter sowie der Narr = die sich um die Wirklichbemühende Vernunft, und sorso für den inneren Zusammender Handlung.
Die archetypischen Hauptpersonen sind Ariwast = der Machtgierige und Machtausübende, und sein Gegender Wanderer = der moraliMensch, an allem interessiert. Dem Schachspiel ähnlich hält erste-rer die Initiative (er führt wohl die weißen Steine!), jedoch nur bis zum letzten Akt. Weitere handlungstraPersonen sind Wido = Diener der Gewalt, der Sophist; der Schmied = der voreilige, vorschnelle Revolutionär, und Aja = das weibliElement, dem Wanderer zugetan. Die bunte Völkchen durchstreift nun mit wechselnden Kompaserien die Weltgeschichte von einer Urwalds(l.Akt) über das alte Babyund Hellas (2.Akt), Rom und das Mittelalter (3 .Akt) bis hin zu einem Cafe im Berlin der 1920er Jahre (4.Akt). Hier sieht die Handlung stets den Machtmenschen Ariwast triumphieren, bis er schließlich in der Zukunfts-Utopie des Völkerbun(5.Akt) durch die Ideen des Wanderers, des moralischen Mendie entscheidende Niederlage einstecken muss.
Vor dem Hintergrund des „Unvollendlich" der Realität (einem Zentralder Lasker'schen Philosophie neben dem Kampf-Gedanken) steEthos und Moral höher als Macht und Machtstreben und auch höher als die Vernunft, so das letztFazit.
Während seiner Partie gegen Torre im Moskauer Turnier 1925 soll Emanuel Lasker ein Telegramm seines Bruders Bertold aus Berlin erhalten haben, dass ihr Stück von einem Theater angenommen worden sei. Seine große Freude über die gute Nachricht habe beim Exweltmeister zu einem entscheidenden Fehler ge-führt, welcher seinem mexikanischen Gegner die Installation einer verhee„Zwickmühle" ermöglichte.
So hat das Stück zwar keine Theateraber doch immerhin Schachgeschichte geschrieben und Lasker sollte als Dramatiker erfolglos bleiben (Vorwort S. 10). Im Nachhigesehen eine weise Fügung...
Gleichwohl können es sich die HeTim Hagemann und Dr. Hans Ellinger als Verdienst zurechlassen, das literarische Kleinod der Vergessenheit entrissen zu ha
Mit freundlicher Genehmigung
Dr. W. Schweizer, Rochade Europa 5/2008