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Playing the Petroff (pb)

328 pages, paperback, Quality, 1. edition 2020

€19.58
Incl. 5% Tax, excl. Shipping Cost

The Petroff Defence is universally recognised as one of Black’s soundest responses to 1.e4, having been tried and tested by a host of World Champions and other elite players. This book shows how you too can harness the power of this top-class opening.

Playing the Petroff offers an ideal solution for practical players. GM Swapnil Dhopade presents a compact yet bulletproof repertoire for Black, drawing on the games of leading Petroff specialists such as Gelfand, Caruana and Kramnik. This book also provides guidance on how to deal with 1.e4 e5 games where White avoids 2.Nf3, with particular focus on ‘Anti-Petroff ’ lines such as 2.Bc4.

If you want a world-class repertoire but lack a world-class memory, this is the book for you.

Swapnil Dhopade is a young Indian Grandmaster and a renowned coach, including of the Indian Women’s Team. His other students include Raunak Sadhwani who achieved the GM title at age 13.

More Information
Weight 610 g
Manufacturer Quality
Width 17 cm
Height 24 cm
Medium Book
Year of Publication 2020
Author Swapnil Dhopade
Language English
Edition 1
ISBN-13 978-1-78483-105-9
Pages 328
Binding paperback

004 Key to Symbols used & Bibliography

005 Preface

Third Move Alternatives

007 1) 3.Bc4?! & 3.Nc3

021 2) 3.d4

055 3) 6.Nxd7

3.Nxe5 d6

075 4) 4th Move Alternatives

4.Nf3 Nxe4

102 5) 5.Bd3 & 5.c4

123 6) 5.d3

139 7) 5.Qe2

Old Main Line

154 8) 5.d4

169 9) 9.Qc2

186 10) 9.Nc3

Modern Main Line

200 11) 5.Nc3

221 12) 11.Kb1 & 11.Rhe1

Avoiding the Petroff

240 13) Centre Game

264 14) King’s Gambit

287 15) Vienna Game

301 16) Bishop’s Opening

317 Appendix: Konguvel Ponnuswamy - Swapnil Dhopade

320 Variation Index

Modeerscheinungen bei Schacheröffnungen sind schon manchmal etwas seltsam. Vor 15 Jahren schaffte es Großmeister Peter Leko mit der Sweshnikovvariante der Sizilianischen Verteidigung nach 1.e4 c5 2.Sf3 Sc6 3.d4 cxd4 4.Sxd4 Sf6 5.Sc3 e5, sich recht souverän für einen WM-Kampf zu qualifizieren, aber etwas später verschwand sie wieder von der Bildfläche der Weltspitze und wurde erst vor wenigen Jahren vom amtierenden Weltmeister Magnus Carlsen wiederbelebt, ohne dass ich hätte sagen können, was in der Zwischenzeit schlecht daran gewesen wäre. Ein ähnliches Schicksal ereilte die Russische Verteidigung nach 1.e4 e5 2.Sf3 Sf6. Ich erinnere mich noch gut, wie Mitte der 90er Jahre reihenweise Topgroßmeister stöhnten, weil sie dagegen einfach kein Mittel fanden. Doch irgendwann verschwand sie einfach und wurde erst still und leise von zig Chinesischen Spitzenspielern reanimiert, ehe die derzeitige Nummer zwei der Welt, Großmeister Fabiano Caruana, damit einige Erfolge einfuhr. Auf der Ebene normalsterblicher Schachspieler hingegen war sie in den letzten 30 Jahren irgendwie nie so richtig beliebt. Immer wieder hörte ich von Leuten, dass es eine Remiseröffnung sei und man schließlich auch mal mit Schwarz gewinnen wolle. Ich habe das erst geglaubt, später hinterfragt und fand dann eine Eröffnung vor, die zwar recht solide ist, aber auch deshalb sehr viel Gewinnpotential bereit hält, weil sie so selten ist, dass man die meisten Weißspieler, mich eingeschlossen, oft auf dem falschen Fuß erwischt und sich mit Schwarz im Normalfall sehr viel besser auskennt.

Um jetzt vielleicht mehr Fans für diese klassische Eröffnung zu finden und auch mit Vorurteilen aufzuräumen, hat der indische Großmeister Swapnil Dhopade für Quality Chess "Playing the Petroff- A Bulletproof Repertoire" verfasst. Auf 326 Seiten wird alles nach 1.e4 e5 2.Sf3 Sf6 behandelt und als Bonus noch das wichtigste an Abweichungen nach 1.e4 e5 wie zum Beispiel das Königsgambit, die Wiener Partie oder das Läuferspiel. Damit sollten die Leser für 99 Prozent ihrer Partien gewappnet sein.

Das Repertoire lehnt vor allem an den Errungenschaften Fabiano Caruanas an und bietet vor allem in den Hauptvarianten einige nette Waffen gegen ambitionierte Weißspieler. Zwar kann Weiß die Stellung natürlich auch ruhig halten, aber zum lockeren Remis reicht es, soweit ich das gesehen habe nur nach 1.e4 e5 2.Sf3 Sf6 3.d4 Sxe4 4.Ld3 d5 5.Sxe5 Sd7, wenn Weiß jetzt 6.Sxf7 spielt. Schwarz hat dann nichts besseres als Kxf7 7.Dh5 Ke6 und nach 8.De2 mit der Drohung f3 muss Kf7 folgen und Weiß kann die Zugwiederholung forcieren. Das kann man aber erstens verschmerzen und zweitens kann Schwarz vorher zur Not auch abweichen. Kommen wir aber zu ein paar wichtigeren Varianten.

In der klassischen Hauptvariante nach den obigen Zügen und 3.Sxe5 d6 4.Sf3 Sxe4 5.d4 d5 6.Ld3 Ld6 7.0-0 0-0 versucht Weiß im Normalfall mit 8.c4 c6 den Se4 zu erschüttern. Nach 9.Sc3 Sxc3 10.bxc3 dxc4 11.Lxc4 ist Lf5 der neue Trend, der auch in unserem Buch verfolgt wird. Schwarz deckt b1 gegen einen weißen Turm und h7 gegen Angriffe ab. Nach 12.Lg5 Da5 hat Schwarz Druck gegen c3 und plant die Springerwanderung nach d5 oder c4. Schwarz scheint hier gar keine Probleme zu haben. Wenn Weiß etwas mehr Pepp wünscht, spielt er normalerweise 9.Dc2, wonach aber Sa6 10.a3 und jetzt sowohl der ältere Zug Lg4 als auch das moderne f5 genau untersucht werden. Vor allem letzterer gibt Schwarz gute Möglichkeiten, gegen den weißen König anzugreifen und Weiß sollte sich gut auskennen, um die Stellung ausgeglichen zu gestalten.

Die moderne Hauptvariante dürfte für die meisten Leser aus schwarzer Sicht sogar noch besser laufen. Nach 1.e4 e5 2.Sf3 Sf6 3.Sxe5 d6 4.Sf3 Sxe4 hat mich aus schwarzer Sicht 5.Sc3 immer am meisten abgeschreckt. Nach Sxc3 6.dxc3 kann Weiß recht simpel mit Le3, Dd2 und der langen Rochade eine schärfere Stellung anstreben, in der der Doppelbauer den Königsschutz sogar noch verstärkt. Lange Zeit hat Schwarz versucht, den Ball flachzuhalten, indem er einfach auch lang rochierte, aber die Stellungen sind dann wirklich sehr dröge und immer etwas angenehmer für Weiß. Schön, dass es auch anders geht. In Caruanas Fußstapfen tretend wird die Variante mit 6. ...Le7 7.Le3 0-0 8.Dd2 Sd7 9.0-0-0 Sf6 analysiert. Diese ist so neu, dass GM John Shaw sie in seinem 2016 erschienen Werk "Playing 1.e4- Caro-Kann, 1. ...e5 & Minor Lines" gar nicht erwähnt hat. Gleichzeitig versprüht sie nach 10.Ld3 c5 sehr viel Gift. Schwarz hat Ideen wie Le6, Da5 und b5-b4, manchmal kommt auch c4, um den Ld3 zu verschlechtern oder direkt Tb8 und b5. Das Ganze wird recht gut analysiert und bietet Schwarz exzellentes Gegenspiel. Das einzige Manko des gesamten Buches ist, dass viele Varianten wegen der geringen Seitenzahl leider nur knapp behandelt werden können und man zum einen eine Spielstärke von mindestens 2000 DWZ besitzen sollte, um sie größtenteils nachzuvollziehen, und oft mit der Engine offene Fragen klären muss. Als Basis für ein starkes und solides Schwarzrepertoire ist das Buch aber bestens geeignet!

Insgesamt haben wir hier ein hochwertiges Buch zur Russischen Verteidigung, das eine gute Werbung für diese unterschätzte Eröffnung darstellt. Ich kann es jedem empfehlen, der es als Ausgangspunkt für seine Repertoirearbeit nehmen möchte und eine gewisse Spielstärke mitbringt!

IM Dirk Schuh

September 2020