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Art.-No.: LXHORSWE
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Schwarzweisse Erzählungen

234 pages, hardback, Bärenhort, 1989.

€16.95
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Vorwort

Im Jahre 1977 wurde mir plötzlich vom Prager Sportministerium mitgeteilt, daß ich für die Teilnahme an Schachturnieren im Aus­land gesperrt sei.

Normalerweise sind solche Eingriffe in den Ostblockstaaten sehr anonym, in meinem Fall jedoch waren mir die Verursacher aus­nahmsweise bekannt.

Ich hatte damals berechtigte Kritik an den Arbeitsmethoden und der Bestechlichkeit eines 'Aparatschik' Jaroslav Sajtar und des Kaderreferenten am Sportministerium, Josef Zaruba, geübt. Sie fühlten sich daher wohl verpflichtet, der jüngeren Generation den ihr 'zustehenden Platz' zeigen zu müssen. Um den Paß nach fünf Monaten zurückbekommen zu können, hatte ich mich bei J.S., die Initialen stehen hier nicht etwa für Josef Stalin, sondern für Jaroslav Sajtar, zu entschuldigen. Allerdings nicht für den Inhalt, darüber wurde kein Wort verloren, sondern für die Form der Kri­tik. Als ein Zusatzwitz kann gesehen werden, daß der Inhalt meiner kritisch ausgerichteten Briefe von einem Gremium, bestehend aus fast hundert Leuten, verurteilt wurde, ohne daß jemand der Anwe­senden überhaupt wußte, worin meine Kritik bestanden hatte. Diese Episode kann mit einer anderen Situation verglichen werden, nämlich der, in der die Leute in den Ostblockstaaten Schlange stehen, ohne zu wissen, was zum Verkauf angeboten wird. Nun Schluß mit der Politik! Ich verspreche, daß in diesem Buch der Eiserne Vorhang überhaupt keine Rolle spielen wird, obwohl ich mit den Erzählungen in einer Zeitperiode begonnen habe, in der mir der Start in den internationalen Arenen verboten war und ich mich in Prag fast langweilte.

Ich habe schon immer schreiben wollen, doch als Kind wollte ich zunächst Eisverkäufer werden, dann mit der großen ledernen Tasche die Briefe austragen, dann als Pierrot übers Seil zum Dornröschen klettern. Und weil große Träume in einem kleinen Kopf immer phantastische Winkel und Kurven nehmen, mußte ich mich als Prinz lediglich mit den Küssen meiner besorgten Mutter zufrie­dengeben. Der Frosch bleibt auf der Wiese eben immer nur der Frosch, tue man mit ihm auch, was man wolle. Ich freute mich immer auf die Abende, an denen bei uns zu Hause der alte Diapro­jektor seine Märchen erzählen durfte. Die Szene einer dieser Erzäh­lungen, in der sich die Bauern durch eine Menge von Brei durchbei­ßen müssen und keiner das Stichwort zum Anhalten kennt, habe ich dann später in Horrorfilmen noch hundertmal gesehen, aber nie mehr so intensiv erlebt wie als kleiner Junge. Meine Erziehung lag in den Händen von Jules Verne, mindestens zwanzigtausend Meilen unter dem Meer, und ich träumte mehr als zwei Jahre lang von Luftballonflügen in die Vergangenheit. Damals wußte ich natürlich nicht, daß es Leute gibt, nicht weit von hier entfernt, die auf Knien im Versteck zu Hause jahrelang Luft­ballons basteln, nur um einmal im Leben die stupide und sie einen­gende Mauer überwinden zu können.

Ich war und bin immer noch der Meinung, daß ein elektrisch geladener Zaun mit niedriger Spannung für die Beherbergung von Kühen weder nützlich noch zumutbar ist - der Schlachthof gar eine Katastrophe darstellt.

Falls der Leser die Hochspannung in den folgenden Zeilen findet und genießt, war meine mehrjährige 'Detektivarbeit' nicht umsonst.

Übrigens, ich versichere, daß alle Personen in den folgenden Erzäh­lungen mindestens einige Millionen Lichtjahre von der Realität entfernt sind.

Köln, den 15 August 1989

Vlastimil Hort

Details
Language German
Author Hort, Vlastimil
Publisher Bärenhort
Medium Book
Weight 350 g
Width 13 cm
Height 20 cm
Pages 234
Year of Publication 1989
Binding hardback
Contents

005 Vorwort

009 1. König in Bedrängnis

085 2. König auf Abwegen

175 3. Blinder König

Schwarzweiße Erzählungen

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