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The Modernized Italian Game for White

384 pages, paperback, Thinkers Publishing, 1. edition 2021

€31.95
Incl. 7% Tax, excl. Shipping Cost

The Italian Game is the front-line of modern chess. After a hundred years of oblivion, in the 21st century, it edged out many other renowned openings, and is employed today by all the world’s top players. Its modern interpretation is full of new ideas, and its theory has grown thanks to the research of modern grandmasters. This book is an attempt to comprehend the current state of this opening.

The book, however, is not just a collection of lines of this fashionable opening. Its main idea is to demonstrate the key ideas and typical techniques in various opening positions, with every key idea being highlighted in the text. The manual can thus be used as a strategy textbook in Italian-type positions; it even includes a special section called ‘The Italian Endgame’.

A separate chapter is devoted to one the most important problems of modern chess, that is, getting similar positions of the Italian type from other openings.

The book should be of interest to players of various strengths.

More Information
Weight 700 g
Manufacturer Thinkers Publishing
Width 17 cm
Height 23,5 cm
Medium Book
Year of Publication 2021
Author Nikolai KalienchenkoAlexander Kalinin
Language English
Edition 1
ISBN-13 9789464201079
Pages 384
Binding paperback

004 Key to Symbols

007 Foreword by the Authors

011 Chapter 1 – The Italian Game in Spanish Clothing

013 A Historical Flashback: Italian/Spanish Idiosyncrasies

051 Chapter 2 – The Giuoco Pianissimo: Strategic Ideas & Themes

053 1. White attacks on the kingside whilst castling queenside or leaving their king in the center

061 2. White attacks on the kingside with mutual short castling

070 3. White seizes space in the center with d3-d4

073 4. White takes the initiative on the queenside

081 5. Hunting down the Italian bishop

086 6. The Italian bishop attacks thin air

090 7. The problem with exchanging the Spanish bishop

103 8. The ...d6(d7)-d5 advance

109 9. The Italian endgame

114 10. Attack of the f-pawn

118 11. Black attacks with pieces on the kingside

120 12. Neutralizing the f4-knight

126 13. The pin along the h4-d8 diagonal

135 Chapter 3 – Into the Labyrinth of the Giuoco Pianissimo

137 Line 1. White goes for an early advance with their queenside pawns

152 Line 2. The Classical Line

201 Line 3. Deviations from the Classical Line: Black leaves the bishop on c5 in an attempt to gain time

218 Line 4. Black goes for ...d7-d5

239 Line 5. The Modern Line with a2-a4

289 Line 6. Pinning with Bc1-g5 when both sides castle short

307 Chapter 4 – The Italian/Spanish Complex

309 The Two Knights Defense

342 The Philidor Defense

350 The Bishop's Opening

Was Eröffnungsbücher angeht, lebt der Leser von heute wirklich im Schlaraffenland. Manchmal denke ich mit Grausen an meine ersten Bücher zu speziellen Schacheröffnungen zurück und bekomme eine unangenehme Gänsehaut. Teils gab es da monographische Werke, die ich in meiner Jugend als total langweilig und zu kryptisch empfand, dann gab es aber auch Bücher, bei denen der Autor hin und wieder mal ein paar Züge erklärte, aber auch an den merkwürdigsten Stellen Ausrufezeichen hinter seine empfohlenen Züge platzierte. Als Leser kam einem das komisch vor, aber man hatte halt keine Engine, um den Wahrheitsgehalt dieser Thesen zu prüfen. Heute hingegen muss der Autor damit rechnen, dass seine Empfehlungen sehr genau geprüft und zerpflückt werden und er seinen Ruf als Schachbuchautor auf das Spiel setzt, wenn er Stockfish und Co nicht in seine Arbeit einbindet. Trotzdem fehlt mir bei Büchern oft der Bereich, in dem beim Leser neben reinem Wissen der Eröffnungszüge auch das Verständnis der angestrebten Mittelspiele aufgebaut wird. Schließlich möchte man nicht völlig aufgeschmissen sein, wenn der Gegner mal wieder von den im Buch behandelten Verteidigungen abweicht.

Das dachten sich auch Großmeister Alexander Kalinin und Fernschachgroßmeister Nikolai Kalinichenko, die in "The Modernized Italien Game for White" für den Thinkers Publishing Verlag die ruhigen Italienischen Abspiele untersuchen. Nach 1.e4 e5 2.Sf3 Sc6 3.Lc4 Lc5 4.c3 Sf6 5.d3 lässt Weiß es gemütlich angehen. Da Schwarz nach 5.d4 exd4 6.cxd4 Lb4 7.Ld2 Lxd2 8.Sbxd2 d5 das weiße Zentrum zertrümmert, möchte der Anziehende erst einmal seine Entwicklung vorantreiben, um dann vielleicht später sehr viel günstiger zu d4 zu kommen. Diese Variante hat auf Topebene die Spanische Eröffnung mittlerweile fast abgelöst, weil es hier recht unkonkret zugeht und auch keine Berliner Verteidigung stört. Dabei ist Weiß aber nicht auf einen Plan festgelegt, sondern kann neben dem späteren Spiel im Zentrum auch am Damen- oder Königsflügel angreifen. Die Autoren betrachten zwar auch die Eröffnungstheorie zu dieser Variante, ihnen ist aber vor allem wichtig, die reichhaltigen strategischen Mittelspielideen dieser Eröffnung zu zeigen, damit der Leser eben nicht nur stumpf Eröffnungszüge auswendig lernt, sondern Ideen für beide Seiten versteht und so im besten Falle auch zu einem besseren Spieler wird.

Ganze 128 kommentierte Partien, geordnet nach strategischen Themen, warten auf den Leser und ich bin sicher, dass man nach der Lektüre des Buches durchaus auch an Spielstärke dazugewinnen kann. Es ist allerdings kein Buch, dass man nebenbei etwas bearbeitet, sondern forderte auch mich ganz gut. Am besten haben mir dabei nicht unbedingt die aktuellen Großmeisterpartien, sondern eher die Klassiker gefallen. So wusste ich zwar schon, dass Wilhelm Steinitz sowohl den ruhigen Italiener als auch den ruhigen Spanier schärfer als die heutigen Meister behandelte, habe aber dennoch einige neue Perlen von ihm kennengelernt. Ich stelle mal kurz ein Fragment der Partie Steinitz gegen Mason vor: Nach 1.e4 e5 2.Sf3 d6 3.Lc4 Le7 4.c3 Sf6 5.d3 0-0 6.Sbd2 Sc6 sind wir über eine eigenwillige Philidorzugfolge in einem Abspiel gelandet, das häufig nach obigen Zügen und 3. ...Sf6 entsteht. 7.Lb3 Le6 8.Lc2 d5 9.De2 Ld6 10.Sf1 ist eine Spezialität des ersten Schachweltmeisters gewesen, der gerne auf die kurze Rochade verzichtete und später eher lang rochierte. Da Schwarz nur die d-, aber nicht die e-Bauern wegtauschen kann, kann er sich das erlauben. Nach 10. ...a6 11.Sg5 Dd7 12.Se3 dxe4 13.dxe4 Se7 14.f3 Lc5 15.Sxe6 Dxe6 16.Lb3 sehen wir plötzlich einen sehr starken italienischen Läufer! 16. ...Dc6 17.g4 Lxe3 18.Le3 Sg6 19.0-0-0 Tad8 20.h4 zeigt einen typischen Steinitz. Weiß hat sich das Läuferpaar geholt und jetzt den gefährlicheren Bauernsturm am Königsflügel, weil Schwarz die Springer etwas unglücklich dorthin manövriert hat und sie jetzt durch die weißen Bauern angegriffen werden und Zeit kosten. Die Partie gewann er in der Folge recht locker. Schwarz muss also schon auf solche Attacken achten, weil das statische Zentrum eine Öffnung der Mitte abseits von d5 sehr schwierig gestaltet und Weiß am Königsflügel angreifen kann. Es gibt aber auch den klassischen Rauserplan, bei dem Weiß selbst auch kurz rochiert und dann mit der Springerwanderung Sb1-d2-f1-g3-f5 und dann h3, Sh2, Df3, Sg4 zum Beispiel ebenfalls mit den Figuren am Königsflügel angreifen kann. Wenn Schwarz aber das Augenmerk zu sehr auf den Königsflügel richtet, gibt es wieder Attacken mit b4, a4, a5 und einem schönen Raumvorteil. Nach ein paar Kapiteln des Buches merkt man dann mehr und mehr, warum diese unscheinbar wirkende Eröffnung so populär geworden ist. Insgesamt ist dies ein Buch, das dem Leser ein schlagkräftiges Eröffnungsrepertoire nach 1.e4 e5 2.Sf3 Sc6 3.Lc4 an die Hand gibt, wobei auch 2. ...d6 und sogar 2.Lc4 betrachtet werden. Aufgrund des unkonkreten Charakters der Stellung, ist hier das Verständnis der entstehenden Mittelspiele sehr wichtig und dieses wird durch die zahlreichen Modellpartien wunderbar aufgebaut. Ich habe die Lektüre sehr genossen und kann es allen Italienischjüngern oder jenen, die noch etwas gegen 1.e4 e5 suchen, nur wärmstens empfehlen!

IM Dirk Schuh

April 2021

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