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Article Number
LXSOLSBGTAA
Author

Smyslov, Bronstein, Geller, Taimanov, Averbakh

A Chess Multibiography with 220 Games
Attributes

379 pages, hardback, McFarland, 1. edition 2021

€64.50
Incl. Tax, excl. Shipping Cost

A crucial decision spared chess Grandmaster David Bronstein almost certain death at the hands of the Nazis - one fateful move cost him the world championship. Russian champion Mark Taimanov was a touted as a hero of the Soviet state until his loss to Bobby Fischer all but ruined his life. Yefim Geller’s dream of becoming world champion was crushed by a bad move against Fischer, his hated rival. Yuri Averbakh had no explanation how he became the world’s oldest grandmaster, other than the quixotic nature of fate. Vasily Smyslov, the only one of the five to become world champion, would reign for just one year - fortune, he said, gave him pneumonia at the worst possible time. This book explores how fate played a capricious role in the lives of five of the greatest players in chess history.

Grandmaster Andy Soltis, eight times champion of the Marshall Chess Club, New York Post editor and Chess Life columnist, is the author of dozens of chess books. He lives in New York City.

More Information
Weight 860 g
Manufacturer McFarland
Width 17,8 cm
Height 25,4 cm
Medium Book
Year of Publication 2021
Author Andrew Soltis
Language English
Edition 1
ISBN-13 978-1476677934
Pages 379
Binding hardback
Diagrams 227
Photos 44

001 Preface

003 Introduction: Fate

007 1. First Moves

025 2. Finding Themselves

036 3. War

054 4. ­Super-Empowerment

070 5. Golden Medals

089 6. Tal, Before Tal

114 7. Abroad

129 8. Birth of Rivalries

144 9. Secrets and Scandals

164 10. What Will Be, Will Be

180 11. Good to Great

198 12. Thaw

209 13. One-Year King

221 14. Torch Passing

237 15. Honored Masters of Sport

258 16. Fatal One Point

271 17. By Chance

285 18. Great Futures, Behind Them

297 19. Fortuna

310 20. End of an Era

323 Epilogue

327 Appendix A: Chronology, 1921-2017

346 Appendix B: Rankings Comparison

349 Chapter Notes

367 Bibliography

371 Index of Opponents

373 Index of Openings - Traditional Names

374 Index of Openings-ECO Codes

375 General Index

Nachdem Soltis im letzten Jahr in einem Werk die gemeinsame Entwicklung der sowjetischen Frontmänner Tal, Petrosjan, Spasski und Kortschnoi nachgezeichnet hat, folgt nun mit Smyslow, Bronstein, Geller, Taimanow und Awerbach ein weiteres Werk über die Garde des Goldenen sowjetischen Schach-Zeitalters.

Neben vielen neuen Details und Richtigstellungen ist es vor allem das Nebeneinander der bio­graphischen Entwicklungen, das den Leser fasziniert. Seine Einführung überschreibt Soltis mit "Schicksal“, weil alle fünf Lebenswege während des Zweiten Weltkrieges durch großes Glück nicht so verliefen, wie das vieler anderer Zeitgenossen, die früh den Tod fanden. 50 Bücher haben die Fünf, die alle zwischen 1921 und 1926 geborenen sind, geschrieben und unzählige Artikel veröffentlicht. Sie waren führende Theoretiker und nicht weniger als 20 Haupt­varianten tragen ihren Namen.

Sie standen unter enormen Druck, denn schon der zweite Platz galt als Versagen. Als sie in den 50er Jahren Interzonenturniere spielten, beobachtet Stalin persönlich das Abschneiden "seiner“ Schützlinge. Niemand wusste, was passiert, wenn man das Soll nicht erfüllte. Taimanow erfuhr nach seiner 0:6-Niederlage gegen Fischer 1971 erst viel später, wie eine schlechte Leistung fast das Leben zerstören kann.

Zwischen den Spielern gab es verschiedene Querverbindungen. Außer Smyslow, der aus einer christlich-orthodoxen Familie kam und tief religiös war, hatten alle anderen jüdische Wurzeln, waren aber allesamt Atheisten. Smyslow wurde nach seinem 3. Platz bei der Absoluten UdSSR-­Meisterschaft 1941 als erster der Fünf zum Star. Noch früher, als Neunjähriger, war Taimanow wegen seiner Mitwirkung in einem populären Film bereits landesweit bekannt. Geller ent­wickelte sich viel langsamer und kommt im ersten Viertel des Buches so gut wie nicht vor, auch weil man über sein Privatleben wenig weiß. Erst mit 24 wurde er 1949 wie aus dem Nichts bei der UdSSR-Meisterschaft Dritter, was ihn sofort in die Weltspitze katapultierte.

Alle waren sehr harte Arbeiter, aber man sagt Geller, der als "Apostel der Vorbereitung“ galt, den größten analytischen Eifer nach. Smyslow und Awerbach waren für ihre Endspielliebe bekannt und wurden auf diesem Gebiet zu führenden Autoritäten.

Smyslow und mehr noch Taimanow, der ein herausragender Pianist war, mussten sich immer zwischen Schach und Musik, Awerbach und Geller dagegen zwischen Schach und einer akademisch-wissenschaftlichen Karriere entscheiden. Bronstein wollte Mathematik studieren, aber weil sein Vater während des Großen Terrors 1937 verhaftet wurde und sieben Jahre ins Gulag kam, hatte er als Sohn eines "Volksfeindes“ keine Chance, an der Uni angenommen zu werden.

Alle fünf gewannen zwischen 1948 und 1956 mindestens einmal die sowjetische Landesmeister­schaft. Taimanow und Geller halten mit 23 Finalteilnahmen den Rekord. Bronstein und Smyslow blieben die einzigen, die WM-Matches spielten, wobei Bronstein nie über sein knappes Scheitern gegen Botwinnik 1950 hinwegkam. Sein Leben lang spann er an einem ganzen Verschwörungsnetz, das ihn am Titelgewinn hinderte, lieferte aber nie Belege für seine Vorwürfe.

Nach 1956 nahm Bronstein an keinem weiteren Kandidatenturnier teil, auch weil er zunehmend mit seinen Nerven zu kämpfen hatte. Tausendsassa Awerbach zog sich ab Anfang der Sechziger zugunsten journalistischer Tätigkeiten vom praktischen Schach zurück und wurde später Schachfunktionär. Taimanow qualifizierte sich dagegen in den siebziger Jahren noch einmal für ein Kandidatenmatch - 18 Jahre nach seiner ersten Teilnahme. Geller spielte von 1953-1972 sechs Kandidatenturniere und wurde 1979 noch einmal Landesmeister. Smyslows Karriere dauerte am längsten. Nachdem er seinen WM-Titel 1958 verlor, bekam seine Karriere auch deshalb einen Knick, weil sich sein Sohn 1960 das Leben nahm. Erst nach einer Durststrecke gelang es ihm 1984, im Alter von über 60 Jahren, noch einmal ins Kandidatenfinale vorzudringen.

Von den Fünf wurde mit Smyslow nur einer Weltmeister. Soltis fragt sich, warum es z.B. Geller, der 39 Partien gegen Champions gewinnen konnte und gegen vier von ihnen ein positives Ergebnis erzielte, nie gelang, um den Titel zu spielen. Der Autor sieht in der gewaltigen Konkurrenz im eigenen Land die Hauptgründe dafür. Oftmals scheiterte die Qualifikation um Haares­breite und auch in den Kandidatenmatches schalteten sich die Sowjets gegenseitig aus.

Der hohe Preis für dieses Buch mag abschrecken, aber dafür erhält man ein erstklassiges historisches Werk mit bibliophilem Wert.

Harry Schaack

KARL 3/2021